Klima der Philippinen:

Ein weiteres Foto aus der Umgebung
Ein weiteres Foto aus der Umgebung
Während eines heftigen Regensturms; die Straßen stehen unter Wasser
Während eines heftigen Regensturms; die Straßen stehen unter Wasser
Während eines heftigen Regensturms; in der Taifun-Zeit
Während eines heftigen Regensturms; in der Taifun-Zeit

Die Philippininen sind ein tropisch-klimatisches Land. Jedoch habe ich deswegen viel mehr „Urwald“-Feeling erwartet. Ich dachte es würde sehr schwül sein, aber das ist es eigentlich nicht so heftig. Nur in der Regenzeit häufiger. Aber die meiste Zeit kam es mir eher vor wie ein sehr staubiges, trockenes (zumindest an Nicht-Regen-Tagen), sonnengefülltes, heißes Klima. Vor allem die Sonne scheint sehr stark – wenn sie direkt über dir ist, ist es so heiß und vor allem hell, dass du, selbst wenn du deine Augen verdeckst, kaum geradeaus sehen kannst. Um sich vor den Sonnenstrahlen zu schützen (aber hauptsächlich nur aus dem Grund, dass sie nicht brauner werden wollen), tragen manche Frauen einen Regenschirm wenn sie raus gehen. Das komischste ist, selbst wenn ich das nicht mache (und nicht mal Sonnencreme auftrage), dass ich kaum braun geworden bin – da bin ich sogar im Sommer in Deutschland schneller braun geworden! Dieses Phänomen hatten auch 2 meiner Freundinnen erfahren, als sie auf den Philippinen waren oder woanders in diesem asiatischen Kreis…
Es gibt hier 2 Saisons (Jahreszeiten): Trocken- und Regenzeit. Die Trockenzeit herrscht von März bis Juni (wie ich gehört habe) und die Regensaison ist von Juli bis Dezember oder so? Dann gibt es aber noch die Taifun-Zeiten, und Regen gibt es eigentlich sowieso immer mal ab und zu zwischen durch… Die meiste Zeit herrscht hier Sommerwetter, aber es gibt auch ab und zu Regentage und das fühlt sich dann auch wie im Herbst in Deutschland an.
Man müsste ja meinen, dass Filipinos an die Hitze gut gewöhnt sein müssten, da sie die ja immer schon erlebt haben, aber witziger Weise stimmt das nicht. Die reagieren genauso, eigentlich sogar noch oft empfindlicher darauf als ich!
Bevor ich dort hingekommen bin, hatte ich mir sehr viele Palmen auf den Philippinen vorgestellt. Also von wegen statt diesen Laubbäumen wie bei uns Palmen. Aber so stimmt das nicht. Es gibt da auch viele Blätterbäume wie bei uns, zwar auch mehrere Palmen aber nicht so viele wie andere Bäume und Sträucher… Jedenfalls kommt das alles immer auf die Gegend an! Je besiedelter die Gegend ist, desto weniger Bäume kannst du finden (natürlich) und im Stadtgebiet kannst du eigentlich gar nichts Grünes mehr sehen (was dann ja sogar noch extremer als bei uns ist. In meiner Stadt Hamburg haben wir auch in der Stadt ein paar gute grüne Flecken).
->Persönliche Erfahrung:
Ich habe erfahren, wie es ist, wenn eine Flut das Land heimsucht, als der Regensturm im September glaube ich, in der Taifun-Zeit auf jeden Fall zu stark war und das Wasser in ein paar Straßen so hoch angelaufen ist, dass sie für Autos abgesperrt wurden. Leider war einer dieser Straßen diejenige, die zu unserem Haus führt. Nur gut, dass wir einen Pick-Up hatten. Wir haben sogar Fremde an dieser Straße ein Stück weit mitgenommen und abgeliefert, wir haben denen erlaubt, auf unseren Pick-Up hinten zu klettern. Sogar in unserem Haus, was von draußen überhaupt nicht zu sehen war, stand das Wasser ein paar Zentimeter hoch. Meine Tante meinte vor Schock, das wäre ihr in all den Jahren noch nie passiert! Das Bescheuertste war, dass ich meinen Laptop irgendwo ganz nah am Boden hingelegt hatte. Als ich in mein Zimmer kam, schwamm es im Wasser herum. Man konnte sich es ja denken: Er war kaputt, nicht mehr zu gebrauchen. Zum Glück konnte mein Cousin aber später meine Daten darauf sichern. Die Jungs, die für meine Tante arbeiten, haben mit Eimern das Wasser aus dem Haus oder in die Rinne im Bad getan. Wir haben draußen auf unserem Garagenbereich sogar eine Straßenkatze entdeckt, die versucht hat, nach einem kleinen Fisch, der mit der Flut kam, zu schnappen.
Also: Ja, der Regen dort ist generell immer sehr heftig (wie in tropischen Regenwäldern auch; für eine halbe-ganze Stunde schüttet das geradezu alles), aber meistens nicht so doll, dass da eine Flut entsteht! Das kam nur durch den Taifun (heftigen Wind) und das ist auch nur ein einziges Mal passiert, in unserem Ort jedenfalls, als ich da war.

Kleidung der Filipinos:

Ein Weg zwischen Häusern und Hütten - auf dem Rückweg vom Großmarkt (in Oton, in der Provinz Iloilo, auf der Insel Panay, die zu der Inselgruppe der Visayas gehört)
Ein Weg zwischen Häusern und Hütten – auf dem Rückweg vom Großmarkt (in Oton, in der Provinz Iloilo, auf der Insel Panay, die zu der Inselgruppe der Visayas gehört)

Die Filipinos sind meistens/häufig eher sportlich gekleidet. Das T-Shirt vor allem (das ist mit Abstand das am öftesten gesehene Kleidungsstück auf den Philippinen- da Schultern zumindest in der Schule verdeckt sein sollten), aber auch die Shorts jeder Art, oder Basketball-Jerseys (Filipinos sind große Basketball-Fans, es ist ihr Nationalsport) sind die häufigsten Kleidungsstücke, die du finden kannst. Auch die lange Jeanshose ist äußerst geläufig! Sie ist meistens sogar Teil einer der Schuluniformen, die man tragen soll. Da es gilt, nicht zu viel Bein zu zeigen, vor allem nicht in der Schule. Unsere normale Schuluniformen-Tracht haben z.B. meine Klassenkameraden und ich Montags, Dienstags und Mittwochs getragen, Donnerstags gab es die „Sport-Schuluniform“, da wir an dem Tag Sport hatten und Freitag ist der „Civilian“-Day (Bürgerlicher Tag), heißt, wir konnten wenigstens Jeanshose (müsste aber eine schlichte und blaue sein!) und das T-Shirt mit Schulaufdruck, das wir am Schuljahresanfang kaufen mussten, tragen.
Es kommt aber auch gut und häufig vor, vor allem in den „einfacheren“, ärmeren Gegenden, wo viele nur in der Hitze sitzen oder arbeiten, Gemüse oder sonst was verkaufen.
Auch siehst du häufiger Männer (die, die sich nicht viel finanziell leisten können) mit Handtüchern auf oder um dem/den Kopf gelegt, um sich vor der gleißenden Sonne zu schützen.
Flip Flops/“Slippers“ sind das Schuhwerk des einfachen Mannes. Es sind die einfachsten Schuhe, man kann sie ganz leicht an und aus ziehen. Filipinos benutzen die in jeder Lebenslage. Die ärmsten Menschen tragen billige Flip Flops, da sie sich andere Schuhe sowieso nicht leisten können und auch nicht brauchen. Andere benutzen Flip Flops als Hausschuhe oder Badezimmer-Schuhe (heißt, trittst du ins Bad ein, ziehst du deine Alltagsschuhe (was dann meistens auch Flip Flops, aber teurere sind) aus und wechselst die gegen die, die immer nur im Badezimmer bleiben (nur dort benutzt werden, damit deine Schuhe nicht mit dem Badezimmer-Wasser verunreinigt werden). Wie ich schon erwähnt habe, gibt es auch sehr teure Varianten für Flip Flops und sehr schöne und haltbare (z.B. Die Marke „Havaianas“ gilt als sehr gut), und wer’s sich leisten kann, hat sicher keine schlechte Investition darein gemacht. Denn wie ihr wisst, sind die Philippinen ein tropisches Land und haben rund ums Jahr heiße Temperaturen. Also Stiefel und andere Sachen findest du hier weniger an jemandes Fuß, wenn überhaupt nur dann als Style, Mode.
Wenn es regnet, ziehen sie hier eher Flip Flops ausgestellt Schuhe an, dann werden deine Schuhe und Füße durchgespült und Sandalen oder sonst was werden nicht kaputt, durchnässt, dreckig. Auch Regen- oder Kapuzenjacken oder sonst was wird hier nicht wirklich benutzt bei Regen (was mich gewundert hat, und ich habe aus Gewohnheit meine Turnschuhe und Kapuzenjacke beibehalten).
Das vollkommen lustige fand ich an dieser ganzen Geschichte mit den Flip Flops ja, dass die Filipinos ja als „Inselvolk“ (Die Philippinen bestehen aus 7107 Inseln) gelten, heißt wenn du Chliché-haft denkst, überall müssten ja Strände sein (was natürlich nicht stimmt, wenn du nicht am Inselrand, sondern in der Stadt wohnst), und was trägt man bekanntlich am Strand? Flip Flops.

Verhalten der Filipinos:

Im Restaurant meiner Tante; neue Leute kennengelernt/angefreundet
Im Restaurant meiner Tante; neue Leute kennengelernt/angefreundet
ArtDistrict: Der Teil in der Stadt, wo die Teenager trinken und Party machen gehen
ArtDistrict: Der Teil in der Stadt, wo die Teenager trinken und Party machen gehen
Im ArtDistrict (Vergnügungsviertel für junge Leute) mit meiner Cousine Sharmaine und meinem Cousin Kristian (mit Freundin)
Im ArtDistrict (Vergnügungsviertel für junge Leute) mit meiner Cousine Sharmaine und meinem Cousin Kristian (mit Freundin) am Anfang des Jahres

Die Filipinos sind ein aufgeschlossenes, religiöses, manchmal traditionelles, Respekt ernstnehmendes, spontanes, flexibles, kommunikatives, lautes, direktes und vor allem ein sehr fröhliches, lachendes und freundliches Volk.

Filipinos sind Frühaufsteher. Da sie für ihr tägliches Essen ihre Zutaten immer frisch kaufen und zubereiten und dafür früh morgens zum Frischmarkt gehen oder ihr eigenes kleines Geschäft führen (egal wie klein es sein mag, ob man nur irgendetwas an Straßenrändern verkauft – die armen Schichten versuchen für ihr Überleben irgendwie Geld zu verdienen) und dafür früh morgens schon Dinge erledigen müssen, stehen sie üblicherweise immer früh auf (ca. 6-7 Uhr morgens durchschnittlich). Das Verrückteste ist – dass sie gleichzeitig auch recht Spät-zu-Bettgeher sind (23 Uhr durchschnittlich, kann aber auch manchmal bis zu 2 Uhr morgens werden), der wenige Schlaf macht ihnen aber anscheinend nichts aus.

Filipinos sind so gut wie IMMER gut drauf. Sie lachen und/oder lächeln immer, sind sehr kommunikativ und reden gerne. Ich bin eher daran gewöhnt, Leute zu fragen „Was ist los?“, wenn jemand LÄCHELT. Aber hier fragen mich die Leute das immer, wenn mal nicht lächle. Außerdem sind sie sehr laut. Und alle sind verrückt!! Sie lieben es rumzuschreien oder wenn sie sich danach fühlen, an Ort und Stelle zu singen oder zu tanzen (z. B. im Klassenraum). Nichts ist peinlich. Generell sind sie sehr offen und können sich schnell mit jedem möglichen anfreunden. Ja, sie haben viele Freunde, aber sehr oft keinen „besten Freund“. Als ich fragte ‚wieso‘, meinten die Filipinos selber von sich, sie sind sehr verplappernd. Ihnen ist kaum ein Geheimnis anzuvertrauen. Deshalb (aus Selbstschutz) hat man lieber eine große Menge an Freunden als einen guten Freund, der dir aber womöglich mal den Rücken zukehren könnte. Denn Filipinos tratschen und lästern auch gerne.

Die Filipinos sind im Allgemeinen sehr gläubig. Die allgemeine Religion hier ist der katholische Christentum. Das kommt übrigens daher, weil die Philippinen Mitte des 20. Jahrhunderts von den Spaniern besiedelt wurden (diese blieben 200 Jahre auf den Inseln) und diese verbreiteten den katholisch-christlichen Glauben hier. Jedenfalls – normal gilt, jeden Sonntag zur Kirche zu gehen. Es gilt hier im Allgemeinen als eher unverständlich wenn man jemand von denen ist, die nicht zur Kirche gehen. Denn unausgesprochen soll hier eigentlich jeder gläubig sein. Jedoch muss ich dazu sagen: Die Jugendlichen sind fast so wie die Deutschen. Sie nehmen das nicht so ernst mit dem Beten oder an Gott glauben… jedenfalls viele. Wenn einer als Gebetsleiter dienen (das Gebet vor der Klasse anführen) muss, macht er das ganz schnell oder zu leise, als wäre ihm das peinlich. Auch die anderen Schüler sind meistens dabei nicht leise oder albern rum, woran man merken kann, dass sie das nicht ernst nehmen. Das verwunderte mich meistens schon sehr, da an meiner (katholischen) Schule eigentlich es so sein müsste, dass man sehr darauf
Außerdem hängen an den Autos, Jeepneys (Fahrzeuge) Rosenkranz-Gebetsketten vorne am Spiegel dran. Und viele beten schnell mal vor dem Fahrtbeginn oder während manchmal.

Filipinos sind vor allem ‚liebende‘ Menschen. Also ‚Liebe‘ wird hier sowieso ganz groß geschrieben. So gut wie alle Filipino Songs und TV Serien sind über Liebe, und wenn (z.B.) ein Junge und ein Mädchen auch nur wegen eines Theaterstückes Händchen halten müssen, lieben sie es zu übertreiben und laut los zu kreischen (klingt ungefähr so als wäre ein Popstar auf der Bühne) und/oder „uuuuh“-Laute von sich zu geben.
Die Filipinos sind meistens (vor allem aus reicheren Schichten, aber nicht nur!!) sehr gut erzogene Gentlemen und Romantiker! Hier gibt es noch das gute, alte „Lady’s First“ oder auch „Alt vor jung“ (für die Jungen/Männer ist das vollkommen verständlich, der Frau/Mädchen die Tür aufzuhalten oder einen Schritt zurückzutreten und es beim Einsteigen (z.B. in den Jeepney) vorzulassen (naja, solange sie Teil deiner Begleitung ist jedenfalls). Auch das „der Junge bezahlt“ ist hier noch vollkommen aktuell. Und das machen sie alles nicht, um das Mädchen zu beeindrucken – das ist für die anscheinend schon in den Kopf gepflanzt, es ist total normal. Das hat mich sehr positiv beeindruckt. Wenn man das nicht mal erwartet und der Junge dir dann die Tür aufhält und das ganz nebenbei macht (noch nicht einmal ein Dankeschön erwartet) oder darauf BESTEHT, dich vorzulassen…
Leider nicht mehr ganz so aktuell (Jugend entwickelt sich, wird moderner, das Altmodische vergeht…) ist das romantische „Harana“ (der Junge singt und spielt für dich auf der Gitarre). Das hört man eigentlich so gut wie kaum noch, dass das ein Junge macht (man sieht es aber in TV-Shows, da Filipinos hoffnungslos Romantik lieben) – nur wenn der Junge wirklich richtig romantisch ist, dann tut er das gerne für das Mädchen, dass er liebt/mag. Ich habe es sogar einmal von meinen Schulkameraden mitkriegen können (habe es in dem Augenblick aber nicht verstanden) – ich bin mitten durch gelaufen (es war auf einer Treppe), ich dachte der Junge würde nur so dort Gitarre spielen für seine Freunde, aber als meine Freundin dann (nachdem wir durch sie durchgegangen sind, sich grinsend entschuldigt hat), habe ich das Mädchen, das ihm zugehört hat, erst bemerkt und die Situation verstanden.
Sehr oft als Mittel ein Mädchen zu „courten“ (eng.: courting = das Mädchen zu fragen, ob es Sein sein will) wird auch die ‚Rote Rose‘ benutzt. Gar nicht mal so selten kann man manchmal in der Schule ein Mädchen mit einer roten Rose in der Hand oder auf dem Schultisch sehen – dann weiß man „aha, da hat sich wieder ein Pärchen gefunden“. Auch wenn das „Jungs-Mädchen-Beziehungs-Zeug“ wirklich nicht gerne von der (katholischen) Schule gesehen wird (man kriegt eine Verwarnung/Strafe wenn man öffentlich in der Schule Liebkosungen (Hände halten, Umarmungen, Küsse) zeigt) – solange du diese Dinge nicht wirklich vor den Augen der Lehrer zeigst, finden es sogar die Lehrer (heutzutage) herzerweichend schön zu sehen, wenn ein Junge und ein Mädchen ihre ‚Liebe‘ zueinander finden.
Außerdem kann man wohl sagen, dass die Filipinos allgemein gesehen, viele Liebesbeziehungen in ihrer Vergangenheit hatten. Deshalb heiße es Filipinos seien „Playboys“, weil sie meistens nichts Ernstes suchen. (Dabei beziehe ich mich auf die Jugend) Die häufigste Antwort von Jungen sowie auch Mädchen in meinem Alter auf die Frage wie viele Beziehungen (Freund/Freundin) sie schon hatten, war durchschnittlich 5. Auf meinen Kommentar, dass mir das doch ziemlich viel erscheint für das niedrige Alter, antworteten sie, ‚es seien nie ernste Beziehungen gewesen‘, ‚haben nie lange gehalten‘, ’nur zum Spaß und für Erfahrungen‘. Gut, so etwas findet man auch in Deutschland, aber hier hört man VIEL HÄUFIGER, dass jemand auf jemanden ’steht‘ (süß findet) (= einen „Crush“ haben). Es ist fast so wie ein Hobby. Wenn man keinen „Crush“ hat, dann ist das Leben auch irgendwie langweilig…
Jedoch muss ich dazu sagen, wenn es zum Erwachsenenleben kommt, halten die Liebes/(Ehe-)paare ein Leben lang hier. Viele haben eine romantische „seit-der-Highschool“ oder „College“-Liebesgeschichte. Es ist hier eigentlich kaum zu hören bzw. Ich habe es noch nicht gehört, dass sich hier ein Ehepaar geschieden hat. Denn das ist nicht normal. Wenn man dagegen die Deutschen betrachtet, gibt es viel zu viele Scheidungen…
Vielleicht liegt das daran, dass die Filipinos noch in guten Traditionen leben und (selbst wenn es immer streng heißt, die Jugendlichen sollten erst sich aufs Studieren konzentrieren, dann auf die Liebe -) siegt am Ende doch immer die Liebe. Sie hatten schon viele Liebesbeziehungen und sozusagen schon alles „ausprobiert“, dann sind sie vielleicht eher bereit sich sesshaft zu machen als Deutsche, die kaum eine Beziehung hatten, und dann bei der ersten es zu schnell angehen lassen, heiraten und es dann später bereuen.
Außerdem ist es hier nicht gut gesehen, wenn du unehelichen Geschlechtsverkehr hattest/hast. So etwas gibt es zwar, aber nicht häufig. Ein Beispiel dazu: Als mich jemand fragte, ob ich glaubte der Klassenkamerad sei stets Jungfrei, war ich mir zu unsicher um zu antworten (weil ich nichts falsches sagen wollte und niemanden kränken wollte)). Daraufhin meinte die Person „Natürlich ist er noch Jungfrau! Haha“. Denn hier ist man stolz WENN man noch Jungfrau ist. In anderen Regionen – wie Deutschland – hätte mir da jemand dieselbe Frage gestellt und ich hätte geantwortet „ja, ich denke, er ist noch Jungfrau“, wäre die Person gekränkt gewesen, da sie das als Beleidigung gesehen hätte (nach dem Motto: zu unattraktiv um ein Mädchen ins Bett zu kriegen). Hier ist das genau anders rum.
Und es ist auch nicht normal einen Teenager schwanger hier zu sehen (zumal die Filipinos allerdings schon im frühen Alter mit der Familienplanung anfangen (ca. mit 20-25 Jahren schon (das liegt vermutlich daran, dass die hier aufgrund des bis jetzt herrschenden „4-Highschool-Jahre“/“4-College-Jahre“-Schulsystems schon meistens mit 20 Jahren fertig mit dem Studieren sind)), und wenn das und andere ’schlecht angesehenen Tugenden‘ mal vorkommen sollte, dann meistens bei Jugendlichen in einem ärmeren und/oder schlechten Umfeld.
*Es wird generell nicht all zu gut angesehen, wenn sich ein jugendliches Pärchen in der Öffentlichkeit küsst. Generell werden die Zurschaustellungen von Liebenden in der Öffentlichkeit lieber nicht auffällig gezeigt.
Außerdem wird der Altersunterschied von Liebenden dort nicht so streng zu sehen. Das klingt jetzt für deutsche Ohren vielleicht „falsch“ oder eklig, aber ich habe durchaus schon Geschichten gehört, von 26-Jährigen, die mit 14-jährigen zusammen waren… Als pedophil gilt das anscheinend nicht unbedingt. Aber Eltern würden es natürlich auch nicht befürworten, wenn sie davon wüssten, schätze ich.
Die Filipinos sind so gut wie gar nicht an Ausländer oder andere Rassen gewöhnt.
Die Menschen, die auf den Philippinen sind nicht sehr gemischt an Rassen. Nicht wie bei uns. Es gilt als sehr besonders oder ungewöhnlich einen Ausländer dort lang laufen zu sehen. Kommt natürlich auch auf das Wohngebiet an. Je mehr abseits oder kleiner, unbedachter der Ort ist, desto ungewöhnlicher wird es ja für die, Touristen oder „Weiße“ zu sehen.
Filipinos haben dabei keine Hemmungen direkt zur Person rüber zu starren. Ich habe diese Erfahrung kläglicher Weise das ganze Jahr über durchleben müssen. Egal, wo ich war, wo ich lang gelaufen bin, immer haben die Menschen geguckt. Ganz besonders die Männer und Jungs.
Natürlich fühlte ich mich ab und zu geschmeichelt, da ich wusste, dass sie nur starren, weil sie mich bewundern (Sie finden alles oder jeder, der andere aussieht, ausländisches Blut hat oder schlicht weiß ist, wunderbar, himmeln es an).
Es gibt aber, wenn überhaupt, relativ viele Koreaner auf den Philippinen. Auch in meiner Schule hatte ich ein paar koreanische Mitschüler. Denn in Korea soll das Schulsystem zu lang dauern, deswegen entscheiden die Eltern ihre Kinder auf die Philippinen zu schicken, um Geld sparen zu können. Aber vor allem auch, um Englisch lernen zu können! Meine koreanischen Mitschüler haben mir erzählt, dass Englisch in Korea nicht so gut beigebracht wird und deswegen, wenn sie gerade frisch in der philippinischen Schule angekommen sind, können sie kaum kommunizieren. Da meine Schule „La Consolacion College Bacolod“ eine der englisch-sprachigen Privatschulen ist, lernen sie ihr Englisch jeden Tag benutzen zu müssen.
Die meisten von den wenig anderen Ausländern, die du dann ab und zu mal siehst, sind meistens amerikanische Missionare. Diese sind Anhänger der Religion der Mormonen und haben es sich zur Mission gemacht, von Amerika auf die Philippinen umzuziehen und ihren Glauben zu verbreiten. (Weswegen z. B. meine Tante negativ reagiert, wenn sie die auf der Straße sieht) Ich denke, Filipinos sind nicht so begeistert davon.
Aber es gibt auch viele Anhänger andere (meist jedoch christlicher) Religionen dort! Sogar mehr nicht-katholische Schüler an meiner Schule, als ich erwartet hätte!
Allerdings glaube ich, gemerkt zu haben, dass viele Ausländer meistens für hochnäsig und geizig einschätzen. Und ich muss zugeben, seit ich da gewohnt habe und auf Ausländer getroffen bin, hat sich dieser Eindruck für mich auch bestätigt. Ich habe gemerkt, dass viele der Ausländer unfreundlich rüberkommen oder benehmen und es entsteht der Eindruck, als ob sie sich für etwas besseres halten würden (meistens jedenfalls).
Aber Filipinos finden es furchtbar aufregend, mit einem Ausländer oder Halb-Blüter in Kontakt zu kommen. Auch wenn sie meistens große Angst haben, ihr Englisch anzuwenden, da sie Angst haben, Fehler zu machen.
Ich habe mich allerdings immer gleich willkommen gefühlt, und gut verstanden mit anderen Filipinos. Ich schätze mal dadurch, dass ich halb Filipina bin, bin ich ja teilweise eine von ihnen, habe mich noch eher akzeptiert gefühlt manchmal (auch von mir selber aus habe ich mich mehr reinfühlen können). Das ist der Vorteil daran, Halb-Blüter zu sein: Du kannst dir aussuchen, zu wem du dazu gehörst, zwischen den Seiten wechseln. Jedoch muss ich zugeben, dass ich mich auch manchmal eher gegenteilig gefühlt habe. Manchmal dachte ich mir, ich gehöre weder zur einen noch zur anderen Seite dazu… Das passiert, wenn man negativ denkt. Denn natürlich unterscheidet man sich irgendwie schon von beiden Seiten gleichermaßen, aber das macht einen dann ja auch besonders! :)

Viele auf den Philippinen haben Spitznamen. Aber die meisten derer Spitznamen haben wenig mit ihrem richtigen Namen zu tun. Sie haben eine Geschichte. Meistens eine persönliche Hintergeschichte aus der Vergangenheit, die eine spezielle Bedeutung hat. Oder ganz einfach aus Spaß. Z.B. „Pogi“ heißt „gutaussehend“ auf Tagalog. So nannten sie einen Typen, den ich kannte, der ganz und gar nicht gutaussehend war – also der Beschreibung direkt widersprach – weil das der Witz daran war.

Die Kleidung dort wird per Hand gewaschen. Ich habe noch keinen dort getroffen, der sich eine Waschmaschine angelegt hat. Das lohnt sich wohl nicht. Obwohl- doch, meine Tante hatte eine, aber die hat sie auch nur angelegt, damit ihr Hausmädchen nicht so viel zu tun hat.
Hausmädchen zu haben ist etwas vollkommen gewöhnliches, können sich aber nur die etwas wohlhabenderen Frauen leisten. Die Hausmädchen sind meistens jugendlich oder junge Erwachsene, die bei ihrer Chefin mit wohnen dürfen und umsonst Essen/Verpflegung bekommen. Sie machen den Job neben der Schule, verdienen sich so ihr Schulgeld.

Filipinos sind sehr reinliche Menschen. Da dort Tropisches Klima herrscht, es sehr heiß ist, schwitzt man viel schneller und häufiger als in Klima-Zonen wie Deutschland. Die Menschen hier duschen sich hier 2 manchmal sogar bis zu 3-mal täglich. Haare waschen gilt als normal jeden Tag zu tun. Was ich persönlich trotzdem noch zu übertrieben fand, für meine Haare jedenfalls. Hier wird nur kalt geduscht. Warmwasserhähne gibt es nicht mal.
Mädchen in meiner Schulen waschen sich auch gerne häufig das Gesicht. In der Mittagspause sah ich viele neben Zähne putzen auch das Gesicht einseifen.
Klopapier wird für gewöhnlich auch nicht benutzt, es stehen immer Eimer mit Wasser neben der Toilette im Badezimmer.
***Toilettenbeitrag***

Filipinos sind leidenschaftlich große „Teiler“. Teilen wird hier groß geschrieben. Sie sehen es als selbstverständlich an ihr Essen oder sonst irgendwas mit ihren Freunden oder Familie zu teilen. Du bräuchtest nicht mal danach zu fragen, – wenn du Familie bist, dann kannst du es dir natürlich einfach nehmen, anscheinend…
Außerdem lieben sie es, wenn jemand ihnen etwas ausgibt. Sie sind sehr direkt und zeigen keine Scheu jemanden, den sie kennen zu fragen ob er einen einlädt. Manchmal kommen sogar Kommentare wie „Nur wenn du für mich bezahlst!“ mit einem dicken Lächeln. Aber das ist auch sehr viel gewöhnlicher hier öfters mal seine Freunde und Verwandten im Alltag bei irgendwas einzuladen. Egal wie klein, es zählen die kleinen Dinge im Leben, nicht wahr? Zum Beispiel für jemanden, mit dem man gerade irgendwo hingeht, die Jeepney-Fahrt zu bezahlen.
Außerdem, wie ich auch bei meiner Tante bemerkt habe, möchten die meistens etwas haben von dir (ich weiß nicht, ob sie das nur bei Leuten machen, die aus dem Ausland kommen), z. B. „Oh, ich mag deine Uhr. Brauchst du die noch? Kann ich die haben?“
Auch andauernd habe ich den Spruch, der sicher nur halb zum Scherz gemeint war: „Where’s my gift?“ gehört, wenn jemand Geburtstag hatte oder eher zu Weihnachten, selbst wenn ich selber auch kein Geschenk erwartet hatte oder erhielt von der Person. Das war echt nervig. Manche wiederholten das echt jedes Mal, wenn sie mich sahen, obwohl sie ganz genau wussten, dass wir nicht so eng miteinander befreundet waren, dass ich denen jetzt ein Geschenk einfach so gebe. Vor allem sagte ich das ja auch nicht zu denen?! Anscheinend dachte wohl jeder, ich wäre „reich“ genug. Bin ja Ausländerin (so das Vorurteil).
Kurz gesagt: Wenn du unter Filipinos bist, musst du auch (Hab und Gut) teilen können.

Alles ist immer nur für den Moment vorgesorgt. Nicht für später schon… Zum Beispiel „Binden kaufen“ oder sonst was. Hier passt auch das Beispiel mit dem Essen, das jeden Tag neu gekauft und zubereitet wird.
Auch entscheiden sich Dinge wie Verabredungen immer erst kurz davor, vielleicht 1 Tag oder 2 (Filipinos sind äußerst spontane Menschen).

Viele meiner Generation haben Smartphones oder Tablets, aber es ist hier total normal/geläufig „nicht-Smartphones“ zu sehen (kleine Handys, die nur zum Texten/anrufen taugen). Nicht so wie in Deutschland, wo solche Handys gar nicht erst in Gebrauch kommen oder erst gekauft werden. Hier muss jeder das neuste Smartphone haben. Nicht-Smartphones gibt es dort sogar noch viel häufiger. Filipinos finden es sogar praktischer manchmal, da es handlicher ist. Aber natürlich träumen viele von einem richtig coolen Handy, oder würden das neueste Modell gerne haben. Wenn sie die Wahl hätten, würden sie natürlich ihr kleines Handy gegen ein Touch-Handy umtauschen.

Viele der Mitschüler von mir wuchsen oder wachsen ohne die Anwesenheit ihrer Eltern auf. Leider ist es auf den Philippinen so, dass die meisten Erwachsenen keinen oder keinen guten Job in ihrem eigenen Land finden können (aus welchem wirtschaftlichen Grund auch immer), daher wurde es immer beliebter und notwendiger, aus dem Land rauszugehen, im Ausland Arbeit zu suchen und Geld zu verdienen, um seiner Familie was bieten zu können.
Heißt, viele Kinder wuchsen bei ihren Verwandten auf, ihre Eltern konnten sie vielleicht nur einmal in 1 Jahr oder so sehen. Ihre Kindheit lebten sie fast ohne Eltern und das nur, weil diese für ihre Kinder das Geld im Ausland verdienen mussten, damit sie denen ein gutes Leben ermöglichen können, Geld haben um sie auf eine gute Schule schicken zu können.

Die Filipinos haben so bestimmte Angewohnheiten, die mich erstmal verwirrten…
1. Laut zu rölpsen, sogar direkt vor einer Person ist hier ganz normal. Das gilt nicht
als „Schlechte Manieren“. Man braucht sich dafür zwar nicht zu entschuldigen,
aber die guterzogenen tun es.
2. Wenn jemand niest, sagt man nicht so etwas wie „Gesundheit“ (auf Englisch um
würde man dann „Bless you“ sagen. Theoretischerweise könnte man das also
sagen (was ich auch in vielen Momenten tat), aber das ist hier nicht ‚Gang und
Gebe‘. Heißt, niemand macht das hier für gewöhnlich in der Gesellschaft. Die
Leute versuchen einfach den Nieser des Nachbarn zu ignorieren, der sich in so
gut wie allen Fällen dafür entschuldigt, genießt zu haben.
3. Oft halten sich die Filipinos ein Stofftaschentuch vor den Mund oder besser
gesagt, haben immer eins mit dabei. Da hier ein tropisch-heißes Klima herrscht,
bekommt man schnell Schweißperlen auf die Haut, wenn es heiß ist. Vor allem
wenn man jemand ist, der schnell und viel schwitzt. Deswegen haben die meisten
immer dieses Stofftuch in ihrer Hosen-/Rocktasche und wischen sich damit
häufig über’s Gesicht. Dass sie sich allerdings das Stofftaschentuch manchmal
vor den Mund und Nase halten, habe ich erstmal missverstanden. Ich dachte,
dass würden sie so tun, weil es stinkt. Aber das tun viele wegen der Abgase (um
sich vorm zu vielen Einatmen der Abgase zu schützen (Meistens nur wenn sie in
Gegenwart oder in Jeepneys drinnen sind). Gut, es stimmt, die Luft
hier ist nicht gerade rein (wenn ich eine staubige Straße rieche assoziiere ich das
immer gleich mit den Philippinen), aber so wirklich unrein oder dunstig ist es hier
auf jeden Fall nicht. Also mir kommt das ein bisschen übervorsichtig vor, aber
gut, Gesundheit geht vor, nicht wahr? Und hier ist es anscheinend sehr
gewöhnlich Menschen das tun zu sehen.
4. Das, was mich echt sehr oft und immer noch eher aufgeregt hat/aufregt ist, dass
ständige Nachfragen der Filipinos „Are you okay?“. Die Frage ob es dir gut geht/
du ok bist, ist ja ganz lieb gemeint und hat nur einen gut gemeinten Hintergrund,
aber so oft, wie die mich das frag(t)en, hat mich das schon echt genervt! Wenn
ich mal nicht in bester Hochstimmung war und nicht gelächelt hab, haben mich
irgendwelche Klassenkameraden lieb gefragt „Are you okay?“ (Auch in Form
einen Daumen hoch zeigen und einen fragenden Blick aufsetzen – das gilt auch
als diese Frage), das konnte ich dann auch nachvollziehen, aber natürlich habe ich
dann schlicht geantwortet „yes.“ Da, selbst wenn es mir nicht so gut geht,
möchte ich denen ja nicht gleich alles erzählen/anvertrauen.
Aber das, was ich wirklich nicht nachvollziehen
kann/konnte, ist, wenn ich offensichtlich gutgelaunt bin und die mich nur aus
purer Lust und Laune heraus fragen, ob ich ok bin!? – Ich meine, entschuldige,
aber, dann kann ich auch nur die Augenbrauen zusammenziehen und gelangweilt
„ja“ antworten. Das ist echt ermüdend.
Auch wenn mir das ständige Nachfragen nicht passt, kann man doch hieran
erkennen, was für ein gutmütiges/freundliches Gemüt die Filipinos doch sind!
5. Die Filipinos sollen als Nr. 1 „Selfie“-Schießer und -Poster sogar der ganzen Welt
gelten (meinten philippinische Freunde von mir). Also eins ist klar- sie lieben es,
Fotos aufzunehmen. Wenn man draußen ist, eine Menge Gruppenfotos, aber auch
von sich selber aufzunehmen und auf Facebook oder sonst wo zu posten. Auch
jedes Mal wenn jemand seine Handykamera rausholt, freuen sie sich und werfen
sich schon mal in Pose aufs Foto.
6. Deo scheint nicht so beliebt zu sein. Sie tragen da lieber häufig Parfüm oder
Cologne auf anstelle davon. Vielleicht weil das in deren Augen unnötig viel Geld
kostet? Außerdem macht es Jungs hier, nach meinen Beobachtungen, gar nichts
aus, sich das Parfüm von einem Mädchen zu leihen oder mitzubenutzen. Da gibt’s
keine Pingeligkeit.
7. Die Mädchen können hier wirklich so gut wie gar nicht mit Make-Up umgehen. Alle,
die ich kennengelernt habe, erzählten mir wie schlecht sie im Umgang mit Schminke
wären, und das kann man sogar auch erkennen. Ich will nicht fies sein, aber selbst
den beruflichen Make-Up-Assistenten trau ich nicht. Ich kann das ihnen schon
ansehen, wenn ich sie im Einkaufszentrum sehe. Ich weiß nicht, wieso, aber die Art,
wie sie sich schminken wirkt schon viel zu übertrieben und sie sehen alle aus wie
Puppen ein bisschen. Hab auch am eigenen Leibe erfahren, dass sie nicht so gut
vom Standard sind. Und einige meiner Freundinnen waren auch etwas enttäuscht
worden von dem wie sie geschminkt worden von diesen Make-Up-Künstlern für den
Abschlussball. Da fand ich es noch besser, mein Make-Up selber zu machen. Hier in
Deutschland sind Mädchen in meinem Alter auch viel zu sehr daran gewöhnt schon
wie das Schminken geht.
Dazu muss man sagen: Filipinas im Alltag (solange es ihr Job (Hotel,
Einkaufszentrum, Büro, Kundenmanagement nicht verlangt) laufen ohne jegliches
Make-Up rum. Sie mögen den „natürlichen Look“ viel lieber. Ist auch schöner.
Make-Up ist lästig, aber wenn es überhaupt etwas gibt, was sich Mädchen und
Frauen immer wieder gerne auftragen, dann ist das roter Lippenstift (meine
Mitschülerinnen haben das aber immer nur sehr leicht aufgetragen, damit man es
auch nicht zu sehr bemerkt. Es soll einfach eine schön ansehnliche Röte den Lippen
verleihen, da deren Lippen einen orange-bräunlichen Farbton von Natur aus haben
und sie das nicht schön finden).
Hier in Deutschland ist das, was auf jeden Fall immer drauf muss, der Masskara.
Heißt, deutsche Mädchen achten mehr auf die Augen. Filipinas scheinen Masskara
wirklich nicht zu mögen, denn sie meinten nur, es wäre „unnötig“, „lästig“, „tut weh“
oder wissen nicht, wie man den aufträgt. Ich war schon oft in der Situation, dass ich
das für jemanden aufgetragen habe oder gezeigt habe.
8. Die Mädchen rasieren sich meistens nicht. Weil sie Angst haben, dass da nur noch
mehr Haare nachwachsen (das sagen ihnen Ihre Mütter). Aber Filipinas haben von
Natur aus auch wirklich am Körper kaum Haare meistens, wenn überhaupt dann im
Gesicht vielleicht Damenbart oder so was.
9. Filipinos bringen manchmal alles mögliche in den Jeep mit. So weit nicht jeder
ein Auto besitzt, bringen Händler oder sonstige Leute ihre Kisten mit lebenden
Hühnern, irgendwelche Elektro-Einkäufe, Eimer mit Essen, (einmal sogar eine Art
Anker?) in den nicht gerade großen Jeep hinein.
Aber es respektiert hier jeder, dass jeder auf seine eigene Art Geld verdient. Selbst
wenn man mancher Straßenverkäufer ihre Ware einfach unbeaufsichtigt auf der
Straße lässt (Beispiel: Eine ältere Dame, die handgemachte, billige Bambusfächer
verkauft), würde niemand was klauen. Denn sie wissen vermutlich, dass die Person
wirklich das Geld braucht, also würden sie bezahlen.
10. Sie lieben mehr den Spaß hinter dem Gewinnspiel als das eigentliche „Gewinnen“.
Bsp.: Ich: „Was??? Du hast gerade 400 Pisos verloren!?“
Er: „Das ist ok.“, lächelt unbekümmert, „Wenigstens hatte ich Spaß dabei.“
Auch generell ist der Spaß immer das wichtigste, egal wie begrenzt deine
Möglichkeiten draußen sein mögen, aufgrund von fehlenden Dingen, die man tun
kann oder Geld, solange du mit den richtigen Freunden unterwegs ist, hat sich
jeder Tag für die gelohnt. Auch wenn ihr immer das gleiche macht, verschwendet
hat meine seine Zeit nicht, da man Spaß miteinander hatte.
Dazu muss ich aber auch sagen, es gab insbesondere in der Sonmerferien-Zeit
auch richtige Stubenhocker unter meinen Freunden! Keine Ahnung, aber deren
Vorstellung von Sommerferien war, am liebsten einfach nur den ganzen Tag
zuhause zu bleiben und Computerspiele oder so etwas zu spielen.
11. Es ist gang und Gebe, allerdings besonders bei Jungs wenn sie interessiert an
einem Mädchen sind, jemanden über Textnachricht zu fragen ob man schon
gegessen hat. Bsp.: „Have you eaten already your dinner?“ Das hatte mich
zugegebenermaßen erstmals irritiert, da ich mir dachte „Was interessiert das, ob
ich schon gegessen habe oder nicht?“, aber anscheinend gilt das als ganz
gewöhnliche, herkömmliche Frage. Vor allem aber soll es das Interesse der Person
an dem Wohlergehen der anderen zeigen. Heißt, wenn der Junge das Mädchen
fragt, ob es schon gegessen hat, zeigt er Sorge um sie. Er möchte, dass sie einen
vollen Magen hat und dass es ihr gut geht.
12. Wenn ältere, erwachsene Filipinos auf andere Leute treffen, vor allem wenn sie sich
über einen längeren Zeitraum nicht gesehen haben, lautet der erste
Kommentar vermutlich „Oh, du siehst aber schlank aus!“, „Du hast aber
zugenommen!“ oder „Du bist ja hübscher geworden.“
Etwas, was Deutsche niemals laut sagen würden.
Sie gehen sehr gerne und unbeschwert auf die Veränderung des Äußerlichen einer
Person ein. Sie reden auch sehr häufig darüber wenn sie einen Promi im Fernsehen
wiedersehen, unterhalten sich z.B. so in der Art: „Sie ist dicker geworden im
Gesicht, nicht wahr?“
13. Es gibt diesen bestimmten Kussmund/Hunde-Ruf-artigen Laut (es gilt als eine Art
Straßenkommunikation, Straßensprache, wie ich es betrachte), den die Menschen
dort machen, wenn sie jemandes Aufmerksamkeit erregen wollen. Vor allem diese,
die an den Straßenkreuzungen arbeiten als diejenigen, die ich als „Jeepney-Lotse“
bezeichnen würde. Sie arbeiten für ein paar Pisos als sozusagen Vermittler
zwischen Passagieren und Jeep-Fahrern an den Straßen. Das sind meistens ganz
arme und auch sehr merkwürdige Typen, die irgendwie ihr Geld verdienen müssen.
Wenn ein Jeep irgendwo hält, erwartet er von diesen Personen nach potenziellen
Passagieren Ausschau zu halten, die gerade von irgendwo her dort hin gelaufen
kommen, ausgestiegen sind oder so aussehen, als ob sie nach einem Jeep
Ausschau halten würden, kommt er oder der Jeep-Fahrer ins Spiel, und macht
diesen anlockenden Pfiff-Laut, den ich vorhin beschrieben habe.
Auch Jungs benutzen diesen Laut, wenn sie irgendwo draußen umher gehen und
ein Mädchen sehen, dass ihnen gefällt. Dann versuchen sie so, ihre
Aufmerksamkeit zu erregen. Aber ich habe auf diese Dinge immer absichtlich nicht
reagiert und die ignoriert, das ist schon ein sehr niveauloses Manöver.