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Vorlieben der Filipinos

Kurzes Video meiner Cousins beim Karaoke singen

Zuerst hatte ich gedacht, dass die Filipinos total verrückt wären, was Accessoires angehen, da sie anscheinend sehr auf Kontaktlinsen (da sie ja alle meistens schwarze Augen haben) und Zahnspangen stehen. Zahnspangen als Accessoire? Dazu muss man aber auch sagen, dass Zahnspangen auch als eine Art „Klassen-Symbol“ gelten. Es können sich nämlich nur Kinder aus gutverdienendem Familienhaus leisten, eine Zahnspange zu finanzieren.
Der „Natürlich ist schön“ Look ist überaus verbreitet. Mädchen bleiben oft so simpel wie möglich – schminken sich nicht und tragen nur ’n T-Shirt und Shorts. Außerdem finden sie kleinere, nicht zu große Busen anscheinend attraktiver an Mädchen.
„Korean Pop“ („KPOP“) ist sehr beliebt. Als ich dort auf den Philippinen war, bin ich eigentlich erst zum ersten Mal in Verbindung mit der koreanischen (Musik-)Welt gekommen in meinem Leben. Auch koreanische Sendungen sind viele mit im Fernsehen. Sie stehen total auf den koreanischen Look – sei es der „schmal-äugige“ („Chinito-eyes), sexy Koreaner oder die blasshäutige, lieblich wie eine Puppe aussehende Koreanerin, sie lieben es. Außer Koreaner im echten Leben, die finden Sie anstrengend. Denn Koreaner sind häufig vom Verhalten ganz anders als Filipinos und sind alles andere als offen und super auffällig… sie sind die zurückhaltenden an der Schule.
Filipinos sind aber generell total verrückt nach ihren einheimischen philippinischen Schauspieler (die meistens halb-amerikanisch oder halb-ausländisch sind) und deren Serien. Alle TV-Shows und Radio beinhalten ganz viel Romantik – denn das lieben die Filipinos – und sind total lustig und verrückt lächerlich aufgebaut!
Das, was wirklich in den Herzen der Filipinos schlägt, ist Musik. Filipinos LIEBEN es zu singen. Karaoke gehört zu jeder Feier und jeden Haushalt dazu und man hört öfters eher die älteren englischen Songs aus den 90ern oder sogar früher beim Karaoke singen und im Radio… vorzugsweise aber philippinische Lieder in Tagalog.
Was ich auch nicht kannte vorher und es vielleicht nur auf den Philippinen gibt, sind die monatlichen Geburtstage, die Mütter für ihre Babies veranstalten. Wir kennen das ja nur so, dass man des Babys 1. Geburtstag an seinem 1. Lebensjahr feiert – aber hier ist es anscheinend schon ein Grund nach dem ersten Monat des Babys Geburt zu feiern! Und die Monate darauf – das sieht dann z.B. so aus: „Happy 4th Month Birthday, Baby!“
Außerdem, was für uns Deutsche Fußball bedeutet, ist hierzulande Basketball. Basketball kannst du die Männer eigentlich immer abends im Fernsehen gucken sehen. Und Boxen steht für Filipinos auch ganz groß – besonders stolz sind sie auf ihren Boxer Manny Pacquiao, der international auf den besten Plätzen seiner Gewichtsklasse gilt. Ein skurriler Trend für mich war deren Vorliebe für den Wettsport des „Cockfighting“. Das ist ein Kampf, den sich zwei „Fighting Cocks“ = Kampfhähne unter Geldwetten der Besitzer und Zuschauer liefern. Mein Onkel, bei dem ich gelebt habe, verdient nebenbei sein Geld mit diesen Kämpfen. Die Kampfhennen sind seine größte Vorliebe. Er besitzt eine Farm, auf der seine Hennen, die er kauft und verkauft, zum Kampf großzieht. Jedenfalls war ich nie live bei so einem Kampf dabei (das wollte ich auch gar nicht), aber ich habe gehört, dass die zwei Hennen im Ring jeweils ein Messer an ihre Brust gebunden bekommen, deren Spitzen so nach außen zeigen, dass sie ihren Gegner erstechen können. Die Henne, die überlebt, gewinnt.

Sprache und Geografie der Filipinos:

Karte der Philippinen Die Philippinen bestehen bekanntlich aus 7.107 Inseln, es herrschen auf fast jeder Insel eigene philippinische Sprachen und unter denen eigene Orts-Dialekte vor. Ich war in Bacolod, der Hauptstadt des Insel-Teils Negros Occidental, und die an der Nordwestküste liegt. Es gehen von ihrem Hafen Schiffe und Fähren aus, die u.a. zur Nachbarinsel Panay, nach Iloilo fahren, die ich gelegentlich mal besucht habe, da meine anderen Verwandten dort wohnen (dort wurde meine Mutter einst geboren und ist dort aufgewachsen).
Die Negros-Insel, die aus den Teilen Negros Occidental und Negros Oriental besteht, liegt relativ mittig in dem Bereich der Visayas in den Philippinen. In Iloilo spricht man unter 3 Sprachen die Sprache Ilonggo.
In Bacolod spricht man diese Sprache auch, obwohl sie beide Wasser trennt, aber hier wird es als Eigendialekt Hiligaynon genannt (Ich hoffe, ich sage richtiges aus, denn es hat mich lange gebraucht, bis ich darauf gestoßen bin).
Jedenfalls, natürlich als ich dort ankam, hatte ich gar keine Ahnung von diesen Dingen, geschweige denn, dass ich die verschiedenen Sprachen auseinanderhalten konnte. Ich verstand nichts, also klang es für mich alles gleich. Ein merkwürdiges Abspiel von geschmeidig-klingenden Worten in verschiedenen Tonlagen. Man sagt übrigens auch, dass unsere Sprache (Ilonggo oder Hiligaynon) eine sehr geschmeidige, weiche Sprache ist. Wohingegen die Hauptsprache der Philippinen Tagalog, die vor allem in der Hauptstadt Manila und im Norden, der Insel Luzon gesprochen wird, hart/stockend klingt. Das ist mir irgendwann selber aufgefallen, als ich angefangen habe, ein Gefühl für die Sprachen um mich herum zu entwickeln. Ich hatte ab und zu philippinische TV-Serien gesehen (die natürlich in Tagalog sind), ich hatte einen speziellen Tagalog-Kurs für Ausländer, da ich natürlich nicht mit den anderen Filipinos im Fach „Filipino“ mithalten kann (leider ist dieser Einzelnachhilfe/Kurs ziemlich oft ausgefallen), außerdem habe ich durch die Vermählung meines Cousins mit einer Frau aus Manila, Kontakt mit ihrer Tagalog-sprechenden Familie bekommen und das hatte mir auch sehr viel an Eindrücken gegeben und habe ein paar mehr Vokabeln/Alltagssätze gelernt.
Insgesamt ist mir aufgefallen, dass in der philippinischen Sprache das „k“ teilweise wie ein „ch“ klingt oder ausgesprochen wird. Wenn in Ilonggo ”Lakat ta!“ (deutsch: „Los geht’s!“) gesagt wurde, klang es für mich so wie ”Lachat ta“. Ich hatte natürlich einen ausländischen Akzent – und ich habe mich sehr bemüht, die natürliche Aussprache/Akzent zu übernehmen, aber das fällt mir manchmal schwer, da die Sprache sehr schnell ist und ich einfach nicht so klinge wie die, anscheinend. Hahaha
Alles in allem ging es schnell für mich, die Sprache halbwegs zu erlernen – sie ist ziemlich simpel aufgebaut. Ich habe immer fleißig nachgefragt, ob bei Klassenkameraden oder Familienmitgliedern, wie man einen bestimmten Satz sagen kann oder was bestimmte Sätze bedeuten und mir das notiert und angeschaut. Wie Vokabeln… Ein Satz beinhaltet viel weniger Worte als ein deutscher. Der Wortschatz hat nicht so viele Worte wie wir hier haben/benutzen, und ist außerdem außer den Worten, die aus dem Tagalog stammen, mit Spanisch übernommenen ausgestattet. Meine Spanisch-Kenntnisse aus der Mittelstufe haben mir hierbei sehr geholfen – wobei ich sagen muss, dass die nun sehr verwischt und vermischt sind in meinem Kopf. Mein Spanisch hat sich also verschlechtert. Haha
Der Unterschied hierbei ist aber, dass die Schreibweise dieser spanischen Worte sich sehr von denen der Spanier unterscheidet. Es schreibt sich so, wie es sich anhört. (Bsp.: Educación (Spanisch: Bildung) -> Edukasion (Tagalog: Bildung)
Das kommt sehr wahrscheinlich daher, dass aus der Zeit, in der die Spanier die Philippinen besetzten (1565 – 1762), die Filipinos deren Sprache gehört, Worte lediglich aufgeschnappt und übernommen haben, sie aber nie richtig schriftlich geschrieben gesehen haben…
Es gibt außerdem grundlegende Unterschiede auf den Philippinen in der Sprache im Bezug auf die Umgangsformen. Es gibt dort Respekt-Ansprachen- bei uns waren es „Manong“/„Manang“ (= Großer Bruder/Große Schwester). In Tagalog sind es „Kuya“/„Ate“ – was dieselbe Bedeutung hat. Du sprichst jemanden, egal, ob er ein Fremder ist oder ein Familienmitglied, der/die älter ist als du immer damit an. Das ist ein Zeichen von Respekt gegenüber den Älteren. Genauso wie du noch ältere Damen als „Tita“ (=Tante) und Männer als „Tito“ (= Onkel) bezeichnest. Außerdem gibt es im Tagalog noch, dass die jüngeren als Respektform, wenn sie mit einem Älteren reden das Wort „po“ in ihrem Satz einsetzen, kann auch öfters in einem Satz verwendet werden. (Bsp.: „Excuse me, po–“) Es ist am nächsten vergleichbar mit dem Deutschen „Sie“.
Genauso werden auch umgekehrt Bezeichnungen für die jüngeren benutzt, wie „Inday“ o. „’Day“ (~ kleine Schwester), „Toto“ o. „To’“ (~ kleiner Bruder) „Neng“ (~ jüngste Schwester; Küken).

Filipino-Alphabet
Aa Bb Kk Dd Ee Gg Hh Ii Ll Mm Nn (Ññ) Ngng Oo Pp Rr Ss Tt Uu Ww Yy

Typische Sätze in Hiligaynon/Ilonggo:

Maayo’ng Aga! = Guten Morgen! (Maayo = gut ; ang = der/die/das (Artikel) ; Aga = Morgen)
Maayo’ng Ogdo! = Guten Mittag! (um 12 Uhr!)
Maayo’ng Hapon! = Guten Nachmittag!
Maayo’ng Gabi! – Guten Abend!
Good Night (/Buenas Noches) = Gute Nacht (wird nicht oft genutzt)

Meine ersten Sätze! 😀
Hindi ko kabalo maghambal Ilonggo = Ich kann kein Ilongo sprechen
Gusto ko maginum tubig = Ich möchte Wasser trinken
Wala/Hindi ko kabalo = Ich weiß es nicht(s)/(darüber)
Ano gina himo mo? = Was machst du?
Diin ka? = Wo bist du?
Gutom na ako = Ich bin hungrig. -> Gutom ka na? = Bist du hungrig?
Natuyo ko = Ich bin schläfrig
Tama na! = Es reicht!

Zum Vergleich:

Morgen (deutsch)
-> Tomorrow (englisch)
-> Bwas (Ilonggo)
-> Bukas (Tagalog)

Klima der Philippinen:

Ein weiteres Foto aus der Umgebung
Ein weiteres Foto aus der Umgebung
Während eines heftigen Regensturms; die Straßen stehen unter Wasser
Während eines heftigen Regensturms; die Straßen stehen unter Wasser
Während eines heftigen Regensturms; in der Taifun-Zeit
Während eines heftigen Regensturms; in der Taifun-Zeit

Die Philippininen sind ein tropisch-klimatisches Land. Jedoch habe ich deswegen viel mehr „Urwald“-Feeling erwartet. Ich dachte es würde sehr schwül sein, aber das ist es eigentlich nicht so heftig. Nur in der Regenzeit häufiger. Aber die meiste Zeit kam es mir eher vor wie ein sehr staubiges, trockenes (zumindest an Nicht-Regen-Tagen), sonnengefülltes, heißes Klima. Vor allem die Sonne scheint sehr stark – wenn sie direkt über dir ist, ist es so heiß und vor allem hell, dass du, selbst wenn du deine Augen verdeckst, kaum geradeaus sehen kannst. Um sich vor den Sonnenstrahlen zu schützen (aber hauptsächlich nur aus dem Grund, dass sie nicht brauner werden wollen), tragen manche Frauen einen Regenschirm wenn sie raus gehen. Das komischste ist, selbst wenn ich das nicht mache (und nicht mal Sonnencreme auftrage), dass ich kaum braun geworden bin – da bin ich sogar im Sommer in Deutschland schneller braun geworden! Dieses Phänomen hatten auch 2 meiner Freundinnen erfahren, als sie auf den Philippinen waren oder woanders in diesem asiatischen Kreis…
Es gibt hier 2 Saisons (Jahreszeiten): Trocken- und Regenzeit. Die Trockenzeit herrscht von März bis Juni (wie ich gehört habe) und die Regensaison ist von Juli bis Dezember oder so? Dann gibt es aber noch die Taifun-Zeiten, und Regen gibt es eigentlich sowieso immer mal ab und zu zwischen durch… Die meiste Zeit herrscht hier Sommerwetter, aber es gibt auch ab und zu Regentage und das fühlt sich dann auch wie im Herbst in Deutschland an.
Man müsste ja meinen, dass Filipinos an die Hitze gut gewöhnt sein müssten, da sie die ja immer schon erlebt haben, aber witziger Weise stimmt das nicht. Die reagieren genauso, eigentlich sogar noch oft empfindlicher darauf als ich!
Bevor ich dort hingekommen bin, hatte ich mir sehr viele Palmen auf den Philippinen vorgestellt. Also von wegen statt diesen Laubbäumen wie bei uns Palmen. Aber so stimmt das nicht. Es gibt da auch viele Blätterbäume wie bei uns, zwar auch mehrere Palmen aber nicht so viele wie andere Bäume und Sträucher… Jedenfalls kommt das alles immer auf die Gegend an! Je besiedelter die Gegend ist, desto weniger Bäume kannst du finden (natürlich) und im Stadtgebiet kannst du eigentlich gar nichts Grünes mehr sehen (was dann ja sogar noch extremer als bei uns ist. In meiner Stadt Hamburg haben wir auch in der Stadt ein paar gute grüne Flecken).
->Persönliche Erfahrung:
Ich habe erfahren, wie es ist, wenn eine Flut das Land heimsucht, als der Regensturm im September glaube ich, in der Taifun-Zeit auf jeden Fall zu stark war und das Wasser in ein paar Straßen so hoch angelaufen ist, dass sie für Autos abgesperrt wurden. Leider war einer dieser Straßen diejenige, die zu unserem Haus führt. Nur gut, dass wir einen Pick-Up hatten. Wir haben sogar Fremde an dieser Straße ein Stück weit mitgenommen und abgeliefert, wir haben denen erlaubt, auf unseren Pick-Up hinten zu klettern. Sogar in unserem Haus, was von draußen überhaupt nicht zu sehen war, stand das Wasser ein paar Zentimeter hoch. Meine Tante meinte vor Schock, das wäre ihr in all den Jahren noch nie passiert! Das Bescheuertste war, dass ich meinen Laptop irgendwo ganz nah am Boden hingelegt hatte. Als ich in mein Zimmer kam, schwamm es im Wasser herum. Man konnte sich es ja denken: Er war kaputt, nicht mehr zu gebrauchen. Zum Glück konnte mein Cousin aber später meine Daten darauf sichern. Die Jungs, die für meine Tante arbeiten, haben mit Eimern das Wasser aus dem Haus oder in die Rinne im Bad getan. Wir haben draußen auf unserem Garagenbereich sogar eine Straßenkatze entdeckt, die versucht hat, nach einem kleinen Fisch, der mit der Flut kam, zu schnappen.
Also: Ja, der Regen dort ist generell immer sehr heftig (wie in tropischen Regenwäldern auch; für eine halbe-ganze Stunde schüttet das geradezu alles), aber meistens nicht so doll, dass da eine Flut entsteht! Das kam nur durch den Taifun (heftigen Wind) und das ist auch nur ein einziges Mal passiert, in unserem Ort jedenfalls, als ich da war.

Kleidung der Filipinos:

Ein Weg zwischen Häusern und Hütten - auf dem Rückweg vom Großmarkt (in Oton, in der Provinz Iloilo, auf der Insel Panay, die zu der Inselgruppe der Visayas gehört)
Ein Weg zwischen Häusern und Hütten – auf dem Rückweg vom Großmarkt (in Oton, in der Provinz Iloilo, auf der Insel Panay, die zu der Inselgruppe der Visayas gehört)

Die Filipinos sind meistens/häufig eher sportlich gekleidet. Das T-Shirt vor allem (das ist mit Abstand das am öftesten gesehene Kleidungsstück auf den Philippinen- da Schultern zumindest in der Schule verdeckt sein sollten), aber auch die Shorts jeder Art, oder Basketball-Jerseys (Filipinos sind große Basketball-Fans, es ist ihr Nationalsport) sind die häufigsten Kleidungsstücke, die du finden kannst. Auch die lange Jeanshose ist äußerst geläufig! Sie ist meistens sogar Teil einer der Schuluniformen, die man tragen soll. Da es gilt, nicht zu viel Bein zu zeigen, vor allem nicht in der Schule. Unsere normale Schuluniformen-Tracht haben z.B. meine Klassenkameraden und ich Montags, Dienstags und Mittwochs getragen, Donnerstags gab es die „Sport-Schuluniform“, da wir an dem Tag Sport hatten und Freitag ist der „Civilian“-Day (Bürgerlicher Tag), heißt, wir konnten wenigstens Jeanshose (müsste aber eine schlichte und blaue sein!) und das T-Shirt mit Schulaufdruck, das wir am Schuljahresanfang kaufen mussten, tragen.
Es kommt aber auch gut und häufig vor, vor allem in den „einfacheren“, ärmeren Gegenden, wo viele nur in der Hitze sitzen oder arbeiten, Gemüse oder sonst was verkaufen.
Auch siehst du häufiger Männer (die, die sich nicht viel finanziell leisten können) mit Handtüchern auf oder um dem/den Kopf gelegt, um sich vor der gleißenden Sonne zu schützen.
Flip Flops/“Slippers“ sind das Schuhwerk des einfachen Mannes. Es sind die einfachsten Schuhe, man kann sie ganz leicht an und aus ziehen. Filipinos benutzen die in jeder Lebenslage. Die ärmsten Menschen tragen billige Flip Flops, da sie sich andere Schuhe sowieso nicht leisten können und auch nicht brauchen. Andere benutzen Flip Flops als Hausschuhe oder Badezimmer-Schuhe (heißt, trittst du ins Bad ein, ziehst du deine Alltagsschuhe (was dann meistens auch Flip Flops, aber teurere sind) aus und wechselst die gegen die, die immer nur im Badezimmer bleiben (nur dort benutzt werden, damit deine Schuhe nicht mit dem Badezimmer-Wasser verunreinigt werden). Wie ich schon erwähnt habe, gibt es auch sehr teure Varianten für Flip Flops und sehr schöne und haltbare (z.B. Die Marke „Havaianas“ gilt als sehr gut), und wer’s sich leisten kann, hat sicher keine schlechte Investition darein gemacht. Denn wie ihr wisst, sind die Philippinen ein tropisches Land und haben rund ums Jahr heiße Temperaturen. Also Stiefel und andere Sachen findest du hier weniger an jemandes Fuß, wenn überhaupt nur dann als Style, Mode.
Wenn es regnet, ziehen sie hier eher Flip Flops ausgestellt Schuhe an, dann werden deine Schuhe und Füße durchgespült und Sandalen oder sonst was werden nicht kaputt, durchnässt, dreckig. Auch Regen- oder Kapuzenjacken oder sonst was wird hier nicht wirklich benutzt bei Regen (was mich gewundert hat, und ich habe aus Gewohnheit meine Turnschuhe und Kapuzenjacke beibehalten).
Das vollkommen lustige fand ich an dieser ganzen Geschichte mit den Flip Flops ja, dass die Filipinos ja als „Inselvolk“ (Die Philippinen bestehen aus 7107 Inseln) gelten, heißt wenn du Chliché-haft denkst, überall müssten ja Strände sein (was natürlich nicht stimmt, wenn du nicht am Inselrand, sondern in der Stadt wohnst), und was trägt man bekanntlich am Strand? Flip Flops.

Verhalten der Filipinos:

Im Restaurant meiner Tante; neue Leute kennengelernt/angefreundet
Im Restaurant meiner Tante; neue Leute kennengelernt/angefreundet
ArtDistrict: Der Teil in der Stadt, wo die Teenager trinken und Party machen gehen
ArtDistrict: Der Teil in der Stadt, wo die Teenager trinken und Party machen gehen
Im ArtDistrict (Vergnügungsviertel für junge Leute) mit meiner Cousine Sharmaine und meinem Cousin Kristian (mit Freundin)
Im ArtDistrict (Vergnügungsviertel für junge Leute) mit meiner Cousine Sharmaine und meinem Cousin Kristian (mit Freundin) am Anfang des Jahres

Die Filipinos sind ein aufgeschlossenes, religiöses, manchmal traditionelles, Respekt ernstnehmendes, spontanes, flexibles, kommunikatives, lautes, direktes und vor allem ein sehr fröhliches, lachendes und freundliches Volk.

Filipinos sind Frühaufsteher. Da sie für ihr tägliches Essen ihre Zutaten immer frisch kaufen und zubereiten und dafür früh morgens zum Frischmarkt gehen oder ihr eigenes kleines Geschäft führen (egal wie klein es sein mag, ob man nur irgendetwas an Straßenrändern verkauft – die armen Schichten versuchen für ihr Überleben irgendwie Geld zu verdienen) und dafür früh morgens schon Dinge erledigen müssen, stehen sie üblicherweise immer früh auf (ca. 6-7 Uhr morgens durchschnittlich). Das Verrückteste ist – dass sie gleichzeitig auch recht Spät-zu-Bettgeher sind (23 Uhr durchschnittlich, kann aber auch manchmal bis zu 2 Uhr morgens werden), der wenige Schlaf macht ihnen aber anscheinend nichts aus.

Filipinos sind so gut wie IMMER gut drauf. Sie lachen und/oder lächeln immer, sind sehr kommunikativ und reden gerne. Ich bin eher daran gewöhnt, Leute zu fragen „Was ist los?“, wenn jemand LÄCHELT. Aber hier fragen mich die Leute das immer, wenn mal nicht lächle. Außerdem sind sie sehr laut. Und alle sind verrückt!! Sie lieben es rumzuschreien oder wenn sie sich danach fühlen, an Ort und Stelle zu singen oder zu tanzen (z. B. im Klassenraum). Nichts ist peinlich. Generell sind sie sehr offen und können sich schnell mit jedem möglichen anfreunden. Ja, sie haben viele Freunde, aber sehr oft keinen „besten Freund“. Als ich fragte ‚wieso‘, meinten die Filipinos selber von sich, sie sind sehr verplappernd. Ihnen ist kaum ein Geheimnis anzuvertrauen. Deshalb (aus Selbstschutz) hat man lieber eine große Menge an Freunden als einen guten Freund, der dir aber womöglich mal den Rücken zukehren könnte. Denn Filipinos tratschen und lästern auch gerne.

Die Filipinos sind im Allgemeinen sehr gläubig. Die allgemeine Religion hier ist der katholische Christentum. Das kommt übrigens daher, weil die Philippinen Mitte des 20. Jahrhunderts von den Spaniern besiedelt wurden (diese blieben 200 Jahre auf den Inseln) und diese verbreiteten den katholisch-christlichen Glauben hier. Jedenfalls – normal gilt, jeden Sonntag zur Kirche zu gehen. Es gilt hier im Allgemeinen als eher unverständlich wenn man jemand von denen ist, die nicht zur Kirche gehen. Denn unausgesprochen soll hier eigentlich jeder gläubig sein. Jedoch muss ich dazu sagen: Die Jugendlichen sind fast so wie die Deutschen. Sie nehmen das nicht so ernst mit dem Beten oder an Gott glauben… jedenfalls viele. Wenn einer als Gebetsleiter dienen (das Gebet vor der Klasse anführen) muss, macht er das ganz schnell oder zu leise, als wäre ihm das peinlich. Auch die anderen Schüler sind meistens dabei nicht leise oder albern rum, woran man merken kann, dass sie das nicht ernst nehmen. Das verwunderte mich meistens schon sehr, da an meiner (katholischen) Schule eigentlich es so sein müsste, dass man sehr darauf
Außerdem hängen an den Autos, Jeepneys (Fahrzeuge) Rosenkranz-Gebetsketten vorne am Spiegel dran. Und viele beten schnell mal vor dem Fahrtbeginn oder während manchmal.

Filipinos sind vor allem ‚liebende‘ Menschen. Also ‚Liebe‘ wird hier sowieso ganz groß geschrieben. So gut wie alle Filipino Songs und TV Serien sind über Liebe, und wenn (z.B.) ein Junge und ein Mädchen auch nur wegen eines Theaterstückes Händchen halten müssen, lieben sie es zu übertreiben und laut los zu kreischen (klingt ungefähr so als wäre ein Popstar auf der Bühne) und/oder „uuuuh“-Laute von sich zu geben.
Die Filipinos sind meistens (vor allem aus reicheren Schichten, aber nicht nur!!) sehr gut erzogene Gentlemen und Romantiker! Hier gibt es noch das gute, alte „Lady’s First“ oder auch „Alt vor jung“ (für die Jungen/Männer ist das vollkommen verständlich, der Frau/Mädchen die Tür aufzuhalten oder einen Schritt zurückzutreten und es beim Einsteigen (z.B. in den Jeepney) vorzulassen (naja, solange sie Teil deiner Begleitung ist jedenfalls). Auch das „der Junge bezahlt“ ist hier noch vollkommen aktuell. Und das machen sie alles nicht, um das Mädchen zu beeindrucken – das ist für die anscheinend schon in den Kopf gepflanzt, es ist total normal. Das hat mich sehr positiv beeindruckt. Wenn man das nicht mal erwartet und der Junge dir dann die Tür aufhält und das ganz nebenbei macht (noch nicht einmal ein Dankeschön erwartet) oder darauf BESTEHT, dich vorzulassen…
Leider nicht mehr ganz so aktuell (Jugend entwickelt sich, wird moderner, das Altmodische vergeht…) ist das romantische „Harana“ (der Junge singt und spielt für dich auf der Gitarre). Das hört man eigentlich so gut wie kaum noch, dass das ein Junge macht (man sieht es aber in TV-Shows, da Filipinos hoffnungslos Romantik lieben) – nur wenn der Junge wirklich richtig romantisch ist, dann tut er das gerne für das Mädchen, dass er liebt/mag. Ich habe es sogar einmal von meinen Schulkameraden mitkriegen können (habe es in dem Augenblick aber nicht verstanden) – ich bin mitten durch gelaufen (es war auf einer Treppe), ich dachte der Junge würde nur so dort Gitarre spielen für seine Freunde, aber als meine Freundin dann (nachdem wir durch sie durchgegangen sind, sich grinsend entschuldigt hat), habe ich das Mädchen, das ihm zugehört hat, erst bemerkt und die Situation verstanden.
Sehr oft als Mittel ein Mädchen zu „courten“ (eng.: courting = das Mädchen zu fragen, ob es Sein sein will) wird auch die ‚Rote Rose‘ benutzt. Gar nicht mal so selten kann man manchmal in der Schule ein Mädchen mit einer roten Rose in der Hand oder auf dem Schultisch sehen – dann weiß man „aha, da hat sich wieder ein Pärchen gefunden“. Auch wenn das „Jungs-Mädchen-Beziehungs-Zeug“ wirklich nicht gerne von der (katholischen) Schule gesehen wird (man kriegt eine Verwarnung/Strafe wenn man öffentlich in der Schule Liebkosungen (Hände halten, Umarmungen, Küsse) zeigt) – solange du diese Dinge nicht wirklich vor den Augen der Lehrer zeigst, finden es sogar die Lehrer (heutzutage) herzerweichend schön zu sehen, wenn ein Junge und ein Mädchen ihre ‚Liebe‘ zueinander finden.
Außerdem kann man wohl sagen, dass die Filipinos allgemein gesehen, viele Liebesbeziehungen in ihrer Vergangenheit hatten. Deshalb heiße es Filipinos seien „Playboys“, weil sie meistens nichts Ernstes suchen. (Dabei beziehe ich mich auf die Jugend) Die häufigste Antwort von Jungen sowie auch Mädchen in meinem Alter auf die Frage wie viele Beziehungen (Freund/Freundin) sie schon hatten, war durchschnittlich 5. Auf meinen Kommentar, dass mir das doch ziemlich viel erscheint für das niedrige Alter, antworteten sie, ‚es seien nie ernste Beziehungen gewesen‘, ‚haben nie lange gehalten‘, ’nur zum Spaß und für Erfahrungen‘. Gut, so etwas findet man auch in Deutschland, aber hier hört man VIEL HÄUFIGER, dass jemand auf jemanden ’steht‘ (süß findet) (= einen „Crush“ haben). Es ist fast so wie ein Hobby. Wenn man keinen „Crush“ hat, dann ist das Leben auch irgendwie langweilig…
Jedoch muss ich dazu sagen, wenn es zum Erwachsenenleben kommt, halten die Liebes/(Ehe-)paare ein Leben lang hier. Viele haben eine romantische „seit-der-Highschool“ oder „College“-Liebesgeschichte. Es ist hier eigentlich kaum zu hören bzw. Ich habe es noch nicht gehört, dass sich hier ein Ehepaar geschieden hat. Denn das ist nicht normal. Wenn man dagegen die Deutschen betrachtet, gibt es viel zu viele Scheidungen…
Vielleicht liegt das daran, dass die Filipinos noch in guten Traditionen leben und (selbst wenn es immer streng heißt, die Jugendlichen sollten erst sich aufs Studieren konzentrieren, dann auf die Liebe -) siegt am Ende doch immer die Liebe. Sie hatten schon viele Liebesbeziehungen und sozusagen schon alles „ausprobiert“, dann sind sie vielleicht eher bereit sich sesshaft zu machen als Deutsche, die kaum eine Beziehung hatten, und dann bei der ersten es zu schnell angehen lassen, heiraten und es dann später bereuen.
Außerdem ist es hier nicht gut gesehen, wenn du unehelichen Geschlechtsverkehr hattest/hast. So etwas gibt es zwar, aber nicht häufig. Ein Beispiel dazu: Als mich jemand fragte, ob ich glaubte der Klassenkamerad sei stets Jungfrei, war ich mir zu unsicher um zu antworten (weil ich nichts falsches sagen wollte und niemanden kränken wollte)). Daraufhin meinte die Person „Natürlich ist er noch Jungfrau! Haha“. Denn hier ist man stolz WENN man noch Jungfrau ist. In anderen Regionen – wie Deutschland – hätte mir da jemand dieselbe Frage gestellt und ich hätte geantwortet „ja, ich denke, er ist noch Jungfrau“, wäre die Person gekränkt gewesen, da sie das als Beleidigung gesehen hätte (nach dem Motto: zu unattraktiv um ein Mädchen ins Bett zu kriegen). Hier ist das genau anders rum.
Und es ist auch nicht normal einen Teenager schwanger hier zu sehen (zumal die Filipinos allerdings schon im frühen Alter mit der Familienplanung anfangen (ca. mit 20-25 Jahren schon (das liegt vermutlich daran, dass die hier aufgrund des bis jetzt herrschenden „4-Highschool-Jahre“/“4-College-Jahre“-Schulsystems schon meistens mit 20 Jahren fertig mit dem Studieren sind)), und wenn das und andere ’schlecht angesehenen Tugenden‘ mal vorkommen sollte, dann meistens bei Jugendlichen in einem ärmeren und/oder schlechten Umfeld.
*Es wird generell nicht all zu gut angesehen, wenn sich ein jugendliches Pärchen in der Öffentlichkeit küsst. Generell werden die Zurschaustellungen von Liebenden in der Öffentlichkeit lieber nicht auffällig gezeigt.
Außerdem wird der Altersunterschied von Liebenden dort nicht so streng zu sehen. Das klingt jetzt für deutsche Ohren vielleicht „falsch“ oder eklig, aber ich habe durchaus schon Geschichten gehört, von 26-Jährigen, die mit 14-jährigen zusammen waren… Als pedophil gilt das anscheinend nicht unbedingt. Aber Eltern würden es natürlich auch nicht befürworten, wenn sie davon wüssten, schätze ich.
Die Filipinos sind so gut wie gar nicht an Ausländer oder andere Rassen gewöhnt.
Die Menschen, die auf den Philippinen sind nicht sehr gemischt an Rassen. Nicht wie bei uns. Es gilt als sehr besonders oder ungewöhnlich einen Ausländer dort lang laufen zu sehen. Kommt natürlich auch auf das Wohngebiet an. Je mehr abseits oder kleiner, unbedachter der Ort ist, desto ungewöhnlicher wird es ja für die, Touristen oder „Weiße“ zu sehen.
Filipinos haben dabei keine Hemmungen direkt zur Person rüber zu starren. Ich habe diese Erfahrung kläglicher Weise das ganze Jahr über durchleben müssen. Egal, wo ich war, wo ich lang gelaufen bin, immer haben die Menschen geguckt. Ganz besonders die Männer und Jungs.
Natürlich fühlte ich mich ab und zu geschmeichelt, da ich wusste, dass sie nur starren, weil sie mich bewundern (Sie finden alles oder jeder, der andere aussieht, ausländisches Blut hat oder schlicht weiß ist, wunderbar, himmeln es an).
Es gibt aber, wenn überhaupt, relativ viele Koreaner auf den Philippinen. Auch in meiner Schule hatte ich ein paar koreanische Mitschüler. Denn in Korea soll das Schulsystem zu lang dauern, deswegen entscheiden die Eltern ihre Kinder auf die Philippinen zu schicken, um Geld sparen zu können. Aber vor allem auch, um Englisch lernen zu können! Meine koreanischen Mitschüler haben mir erzählt, dass Englisch in Korea nicht so gut beigebracht wird und deswegen, wenn sie gerade frisch in der philippinischen Schule angekommen sind, können sie kaum kommunizieren. Da meine Schule „La Consolacion College Bacolod“ eine der englisch-sprachigen Privatschulen ist, lernen sie ihr Englisch jeden Tag benutzen zu müssen.
Die meisten von den wenig anderen Ausländern, die du dann ab und zu mal siehst, sind meistens amerikanische Missionare. Diese sind Anhänger der Religion der Mormonen und haben es sich zur Mission gemacht, von Amerika auf die Philippinen umzuziehen und ihren Glauben zu verbreiten. (Weswegen z. B. meine Tante negativ reagiert, wenn sie die auf der Straße sieht) Ich denke, Filipinos sind nicht so begeistert davon.
Aber es gibt auch viele Anhänger andere (meist jedoch christlicher) Religionen dort! Sogar mehr nicht-katholische Schüler an meiner Schule, als ich erwartet hätte!
Allerdings glaube ich, gemerkt zu haben, dass viele Ausländer meistens für hochnäsig und geizig einschätzen. Und ich muss zugeben, seit ich da gewohnt habe und auf Ausländer getroffen bin, hat sich dieser Eindruck für mich auch bestätigt. Ich habe gemerkt, dass viele der Ausländer unfreundlich rüberkommen oder benehmen und es entsteht der Eindruck, als ob sie sich für etwas besseres halten würden (meistens jedenfalls).
Aber Filipinos finden es furchtbar aufregend, mit einem Ausländer oder Halb-Blüter in Kontakt zu kommen. Auch wenn sie meistens große Angst haben, ihr Englisch anzuwenden, da sie Angst haben, Fehler zu machen.
Ich habe mich allerdings immer gleich willkommen gefühlt, und gut verstanden mit anderen Filipinos. Ich schätze mal dadurch, dass ich halb Filipina bin, bin ich ja teilweise eine von ihnen, habe mich noch eher akzeptiert gefühlt manchmal (auch von mir selber aus habe ich mich mehr reinfühlen können). Das ist der Vorteil daran, Halb-Blüter zu sein: Du kannst dir aussuchen, zu wem du dazu gehörst, zwischen den Seiten wechseln. Jedoch muss ich zugeben, dass ich mich auch manchmal eher gegenteilig gefühlt habe. Manchmal dachte ich mir, ich gehöre weder zur einen noch zur anderen Seite dazu… Das passiert, wenn man negativ denkt. Denn natürlich unterscheidet man sich irgendwie schon von beiden Seiten gleichermaßen, aber das macht einen dann ja auch besonders! :)

Viele auf den Philippinen haben Spitznamen. Aber die meisten derer Spitznamen haben wenig mit ihrem richtigen Namen zu tun. Sie haben eine Geschichte. Meistens eine persönliche Hintergeschichte aus der Vergangenheit, die eine spezielle Bedeutung hat. Oder ganz einfach aus Spaß. Z.B. „Pogi“ heißt „gutaussehend“ auf Tagalog. So nannten sie einen Typen, den ich kannte, der ganz und gar nicht gutaussehend war – also der Beschreibung direkt widersprach – weil das der Witz daran war.

Die Kleidung dort wird per Hand gewaschen. Ich habe noch keinen dort getroffen, der sich eine Waschmaschine angelegt hat. Das lohnt sich wohl nicht. Obwohl- doch, meine Tante hatte eine, aber die hat sie auch nur angelegt, damit ihr Hausmädchen nicht so viel zu tun hat.
Hausmädchen zu haben ist etwas vollkommen gewöhnliches, können sich aber nur die etwas wohlhabenderen Frauen leisten. Die Hausmädchen sind meistens jugendlich oder junge Erwachsene, die bei ihrer Chefin mit wohnen dürfen und umsonst Essen/Verpflegung bekommen. Sie machen den Job neben der Schule, verdienen sich so ihr Schulgeld.

Filipinos sind sehr reinliche Menschen. Da dort Tropisches Klima herrscht, es sehr heiß ist, schwitzt man viel schneller und häufiger als in Klima-Zonen wie Deutschland. Die Menschen hier duschen sich hier 2 manchmal sogar bis zu 3-mal täglich. Haare waschen gilt als normal jeden Tag zu tun. Was ich persönlich trotzdem noch zu übertrieben fand, für meine Haare jedenfalls. Hier wird nur kalt geduscht. Warmwasserhähne gibt es nicht mal.
Mädchen in meiner Schulen waschen sich auch gerne häufig das Gesicht. In der Mittagspause sah ich viele neben Zähne putzen auch das Gesicht einseifen.
Klopapier wird für gewöhnlich auch nicht benutzt, es stehen immer Eimer mit Wasser neben der Toilette im Badezimmer.
***Toilettenbeitrag***

Filipinos sind leidenschaftlich große „Teiler“. Teilen wird hier groß geschrieben. Sie sehen es als selbstverständlich an ihr Essen oder sonst irgendwas mit ihren Freunden oder Familie zu teilen. Du bräuchtest nicht mal danach zu fragen, – wenn du Familie bist, dann kannst du es dir natürlich einfach nehmen, anscheinend…
Außerdem lieben sie es, wenn jemand ihnen etwas ausgibt. Sie sind sehr direkt und zeigen keine Scheu jemanden, den sie kennen zu fragen ob er einen einlädt. Manchmal kommen sogar Kommentare wie „Nur wenn du für mich bezahlst!“ mit einem dicken Lächeln. Aber das ist auch sehr viel gewöhnlicher hier öfters mal seine Freunde und Verwandten im Alltag bei irgendwas einzuladen. Egal wie klein, es zählen die kleinen Dinge im Leben, nicht wahr? Zum Beispiel für jemanden, mit dem man gerade irgendwo hingeht, die Jeepney-Fahrt zu bezahlen.
Außerdem, wie ich auch bei meiner Tante bemerkt habe, möchten die meistens etwas haben von dir (ich weiß nicht, ob sie das nur bei Leuten machen, die aus dem Ausland kommen), z. B. „Oh, ich mag deine Uhr. Brauchst du die noch? Kann ich die haben?“
Auch andauernd habe ich den Spruch, der sicher nur halb zum Scherz gemeint war: „Where’s my gift?“ gehört, wenn jemand Geburtstag hatte oder eher zu Weihnachten, selbst wenn ich selber auch kein Geschenk erwartet hatte oder erhielt von der Person. Das war echt nervig. Manche wiederholten das echt jedes Mal, wenn sie mich sahen, obwohl sie ganz genau wussten, dass wir nicht so eng miteinander befreundet waren, dass ich denen jetzt ein Geschenk einfach so gebe. Vor allem sagte ich das ja auch nicht zu denen?! Anscheinend dachte wohl jeder, ich wäre „reich“ genug. Bin ja Ausländerin (so das Vorurteil).
Kurz gesagt: Wenn du unter Filipinos bist, musst du auch (Hab und Gut) teilen können.

Alles ist immer nur für den Moment vorgesorgt. Nicht für später schon… Zum Beispiel „Binden kaufen“ oder sonst was. Hier passt auch das Beispiel mit dem Essen, das jeden Tag neu gekauft und zubereitet wird.
Auch entscheiden sich Dinge wie Verabredungen immer erst kurz davor, vielleicht 1 Tag oder 2 (Filipinos sind äußerst spontane Menschen).

Viele meiner Generation haben Smartphones oder Tablets, aber es ist hier total normal/geläufig „nicht-Smartphones“ zu sehen (kleine Handys, die nur zum Texten/anrufen taugen). Nicht so wie in Deutschland, wo solche Handys gar nicht erst in Gebrauch kommen oder erst gekauft werden. Hier muss jeder das neuste Smartphone haben. Nicht-Smartphones gibt es dort sogar noch viel häufiger. Filipinos finden es sogar praktischer manchmal, da es handlicher ist. Aber natürlich träumen viele von einem richtig coolen Handy, oder würden das neueste Modell gerne haben. Wenn sie die Wahl hätten, würden sie natürlich ihr kleines Handy gegen ein Touch-Handy umtauschen.

Viele der Mitschüler von mir wuchsen oder wachsen ohne die Anwesenheit ihrer Eltern auf. Leider ist es auf den Philippinen so, dass die meisten Erwachsenen keinen oder keinen guten Job in ihrem eigenen Land finden können (aus welchem wirtschaftlichen Grund auch immer), daher wurde es immer beliebter und notwendiger, aus dem Land rauszugehen, im Ausland Arbeit zu suchen und Geld zu verdienen, um seiner Familie was bieten zu können.
Heißt, viele Kinder wuchsen bei ihren Verwandten auf, ihre Eltern konnten sie vielleicht nur einmal in 1 Jahr oder so sehen. Ihre Kindheit lebten sie fast ohne Eltern und das nur, weil diese für ihre Kinder das Geld im Ausland verdienen mussten, damit sie denen ein gutes Leben ermöglichen können, Geld haben um sie auf eine gute Schule schicken zu können.

Die Filipinos haben so bestimmte Angewohnheiten, die mich erstmal verwirrten…
1. Laut zu rölpsen, sogar direkt vor einer Person ist hier ganz normal. Das gilt nicht
als „Schlechte Manieren“. Man braucht sich dafür zwar nicht zu entschuldigen,
aber die guterzogenen tun es.
2. Wenn jemand niest, sagt man nicht so etwas wie „Gesundheit“ (auf Englisch um
würde man dann „Bless you“ sagen. Theoretischerweise könnte man das also
sagen (was ich auch in vielen Momenten tat), aber das ist hier nicht ‚Gang und
Gebe‘. Heißt, niemand macht das hier für gewöhnlich in der Gesellschaft. Die
Leute versuchen einfach den Nieser des Nachbarn zu ignorieren, der sich in so
gut wie allen Fällen dafür entschuldigt, genießt zu haben.
3. Oft halten sich die Filipinos ein Stofftaschentuch vor den Mund oder besser
gesagt, haben immer eins mit dabei. Da hier ein tropisch-heißes Klima herrscht,
bekommt man schnell Schweißperlen auf die Haut, wenn es heiß ist. Vor allem
wenn man jemand ist, der schnell und viel schwitzt. Deswegen haben die meisten
immer dieses Stofftuch in ihrer Hosen-/Rocktasche und wischen sich damit
häufig über’s Gesicht. Dass sie sich allerdings das Stofftaschentuch manchmal
vor den Mund und Nase halten, habe ich erstmal missverstanden. Ich dachte,
dass würden sie so tun, weil es stinkt. Aber das tun viele wegen der Abgase (um
sich vorm zu vielen Einatmen der Abgase zu schützen (Meistens nur wenn sie in
Gegenwart oder in Jeepneys drinnen sind). Gut, es stimmt, die Luft
hier ist nicht gerade rein (wenn ich eine staubige Straße rieche assoziiere ich das
immer gleich mit den Philippinen), aber so wirklich unrein oder dunstig ist es hier
auf jeden Fall nicht. Also mir kommt das ein bisschen übervorsichtig vor, aber
gut, Gesundheit geht vor, nicht wahr? Und hier ist es anscheinend sehr
gewöhnlich Menschen das tun zu sehen.
4. Das, was mich echt sehr oft und immer noch eher aufgeregt hat/aufregt ist, dass
ständige Nachfragen der Filipinos „Are you okay?“. Die Frage ob es dir gut geht/
du ok bist, ist ja ganz lieb gemeint und hat nur einen gut gemeinten Hintergrund,
aber so oft, wie die mich das frag(t)en, hat mich das schon echt genervt! Wenn
ich mal nicht in bester Hochstimmung war und nicht gelächelt hab, haben mich
irgendwelche Klassenkameraden lieb gefragt „Are you okay?“ (Auch in Form
einen Daumen hoch zeigen und einen fragenden Blick aufsetzen – das gilt auch
als diese Frage), das konnte ich dann auch nachvollziehen, aber natürlich habe ich
dann schlicht geantwortet „yes.“ Da, selbst wenn es mir nicht so gut geht,
möchte ich denen ja nicht gleich alles erzählen/anvertrauen.
Aber das, was ich wirklich nicht nachvollziehen
kann/konnte, ist, wenn ich offensichtlich gutgelaunt bin und die mich nur aus
purer Lust und Laune heraus fragen, ob ich ok bin!? – Ich meine, entschuldige,
aber, dann kann ich auch nur die Augenbrauen zusammenziehen und gelangweilt
„ja“ antworten. Das ist echt ermüdend.
Auch wenn mir das ständige Nachfragen nicht passt, kann man doch hieran
erkennen, was für ein gutmütiges/freundliches Gemüt die Filipinos doch sind!
5. Die Filipinos sollen als Nr. 1 „Selfie“-Schießer und -Poster sogar der ganzen Welt
gelten (meinten philippinische Freunde von mir). Also eins ist klar- sie lieben es,
Fotos aufzunehmen. Wenn man draußen ist, eine Menge Gruppenfotos, aber auch
von sich selber aufzunehmen und auf Facebook oder sonst wo zu posten. Auch
jedes Mal wenn jemand seine Handykamera rausholt, freuen sie sich und werfen
sich schon mal in Pose aufs Foto.
6. Deo scheint nicht so beliebt zu sein. Sie tragen da lieber häufig Parfüm oder
Cologne auf anstelle davon. Vielleicht weil das in deren Augen unnötig viel Geld
kostet? Außerdem macht es Jungs hier, nach meinen Beobachtungen, gar nichts
aus, sich das Parfüm von einem Mädchen zu leihen oder mitzubenutzen. Da gibt’s
keine Pingeligkeit.
7. Die Mädchen können hier wirklich so gut wie gar nicht mit Make-Up umgehen. Alle,
die ich kennengelernt habe, erzählten mir wie schlecht sie im Umgang mit Schminke
wären, und das kann man sogar auch erkennen. Ich will nicht fies sein, aber selbst
den beruflichen Make-Up-Assistenten trau ich nicht. Ich kann das ihnen schon
ansehen, wenn ich sie im Einkaufszentrum sehe. Ich weiß nicht, wieso, aber die Art,
wie sie sich schminken wirkt schon viel zu übertrieben und sie sehen alle aus wie
Puppen ein bisschen. Hab auch am eigenen Leibe erfahren, dass sie nicht so gut
vom Standard sind. Und einige meiner Freundinnen waren auch etwas enttäuscht
worden von dem wie sie geschminkt worden von diesen Make-Up-Künstlern für den
Abschlussball. Da fand ich es noch besser, mein Make-Up selber zu machen. Hier in
Deutschland sind Mädchen in meinem Alter auch viel zu sehr daran gewöhnt schon
wie das Schminken geht.
Dazu muss man sagen: Filipinas im Alltag (solange es ihr Job (Hotel,
Einkaufszentrum, Büro, Kundenmanagement nicht verlangt) laufen ohne jegliches
Make-Up rum. Sie mögen den „natürlichen Look“ viel lieber. Ist auch schöner.
Make-Up ist lästig, aber wenn es überhaupt etwas gibt, was sich Mädchen und
Frauen immer wieder gerne auftragen, dann ist das roter Lippenstift (meine
Mitschülerinnen haben das aber immer nur sehr leicht aufgetragen, damit man es
auch nicht zu sehr bemerkt. Es soll einfach eine schön ansehnliche Röte den Lippen
verleihen, da deren Lippen einen orange-bräunlichen Farbton von Natur aus haben
und sie das nicht schön finden).
Hier in Deutschland ist das, was auf jeden Fall immer drauf muss, der Masskara.
Heißt, deutsche Mädchen achten mehr auf die Augen. Filipinas scheinen Masskara
wirklich nicht zu mögen, denn sie meinten nur, es wäre „unnötig“, „lästig“, „tut weh“
oder wissen nicht, wie man den aufträgt. Ich war schon oft in der Situation, dass ich
das für jemanden aufgetragen habe oder gezeigt habe.
8. Die Mädchen rasieren sich meistens nicht. Weil sie Angst haben, dass da nur noch
mehr Haare nachwachsen (das sagen ihnen Ihre Mütter). Aber Filipinas haben von
Natur aus auch wirklich am Körper kaum Haare meistens, wenn überhaupt dann im
Gesicht vielleicht Damenbart oder so was.
9. Filipinos bringen manchmal alles mögliche in den Jeep mit. So weit nicht jeder
ein Auto besitzt, bringen Händler oder sonstige Leute ihre Kisten mit lebenden
Hühnern, irgendwelche Elektro-Einkäufe, Eimer mit Essen, (einmal sogar eine Art
Anker?) in den nicht gerade großen Jeep hinein.
Aber es respektiert hier jeder, dass jeder auf seine eigene Art Geld verdient. Selbst
wenn man mancher Straßenverkäufer ihre Ware einfach unbeaufsichtigt auf der
Straße lässt (Beispiel: Eine ältere Dame, die handgemachte, billige Bambusfächer
verkauft), würde niemand was klauen. Denn sie wissen vermutlich, dass die Person
wirklich das Geld braucht, also würden sie bezahlen.
10. Sie lieben mehr den Spaß hinter dem Gewinnspiel als das eigentliche „Gewinnen“.
Bsp.: Ich: „Was??? Du hast gerade 400 Pisos verloren!?“
Er: „Das ist ok.“, lächelt unbekümmert, „Wenigstens hatte ich Spaß dabei.“
Auch generell ist der Spaß immer das wichtigste, egal wie begrenzt deine
Möglichkeiten draußen sein mögen, aufgrund von fehlenden Dingen, die man tun
kann oder Geld, solange du mit den richtigen Freunden unterwegs ist, hat sich
jeder Tag für die gelohnt. Auch wenn ihr immer das gleiche macht, verschwendet
hat meine seine Zeit nicht, da man Spaß miteinander hatte.
Dazu muss ich aber auch sagen, es gab insbesondere in der Sonmerferien-Zeit
auch richtige Stubenhocker unter meinen Freunden! Keine Ahnung, aber deren
Vorstellung von Sommerferien war, am liebsten einfach nur den ganzen Tag
zuhause zu bleiben und Computerspiele oder so etwas zu spielen.
11. Es ist gang und Gebe, allerdings besonders bei Jungs wenn sie interessiert an
einem Mädchen sind, jemanden über Textnachricht zu fragen ob man schon
gegessen hat. Bsp.: „Have you eaten already your dinner?“ Das hatte mich
zugegebenermaßen erstmals irritiert, da ich mir dachte „Was interessiert das, ob
ich schon gegessen habe oder nicht?“, aber anscheinend gilt das als ganz
gewöhnliche, herkömmliche Frage. Vor allem aber soll es das Interesse der Person
an dem Wohlergehen der anderen zeigen. Heißt, wenn der Junge das Mädchen
fragt, ob es schon gegessen hat, zeigt er Sorge um sie. Er möchte, dass sie einen
vollen Magen hat und dass es ihr gut geht.
12. Wenn ältere, erwachsene Filipinos auf andere Leute treffen, vor allem wenn sie sich
über einen längeren Zeitraum nicht gesehen haben, lautet der erste
Kommentar vermutlich „Oh, du siehst aber schlank aus!“, „Du hast aber
zugenommen!“ oder „Du bist ja hübscher geworden.“
Etwas, was Deutsche niemals laut sagen würden.
Sie gehen sehr gerne und unbeschwert auf die Veränderung des Äußerlichen einer
Person ein. Sie reden auch sehr häufig darüber wenn sie einen Promi im Fernsehen
wiedersehen, unterhalten sich z.B. so in der Art: „Sie ist dicker geworden im
Gesicht, nicht wahr?“
13. Es gibt diesen bestimmten Kussmund/Hunde-Ruf-artigen Laut (es gilt als eine Art
Straßenkommunikation, Straßensprache, wie ich es betrachte), den die Menschen
dort machen, wenn sie jemandes Aufmerksamkeit erregen wollen. Vor allem diese,
die an den Straßenkreuzungen arbeiten als diejenigen, die ich als „Jeepney-Lotse“
bezeichnen würde. Sie arbeiten für ein paar Pisos als sozusagen Vermittler
zwischen Passagieren und Jeep-Fahrern an den Straßen. Das sind meistens ganz
arme und auch sehr merkwürdige Typen, die irgendwie ihr Geld verdienen müssen.
Wenn ein Jeep irgendwo hält, erwartet er von diesen Personen nach potenziellen
Passagieren Ausschau zu halten, die gerade von irgendwo her dort hin gelaufen
kommen, ausgestiegen sind oder so aussehen, als ob sie nach einem Jeep
Ausschau halten würden, kommt er oder der Jeep-Fahrer ins Spiel, und macht
diesen anlockenden Pfiff-Laut, den ich vorhin beschrieben habe.
Auch Jungs benutzen diesen Laut, wenn sie irgendwo draußen umher gehen und
ein Mädchen sehen, dass ihnen gefällt. Dann versuchen sie so, ihre
Aufmerksamkeit zu erregen. Aber ich habe auf diese Dinge immer absichtlich nicht
reagiert und die ignoriert, das ist schon ein sehr niveauloses Manöver.

Essen auf den Philippinen

Die Menschen hier essen meistens Fisch und Meeresfrüchte, wir hier z.B. Muscheln links und ein halb aufgegessener, gegrillter Fisch rechts: Es gibt meist nur gegrillten oder getrockneten (in Salz gelegten) Fisch, hier Trockenfisch genannt.
Die Menschen hier essen meistens Fisch und Meeresfrüchte, wir hier z.B. Muscheln links und ein halb aufgegessener, gegrillter Fisch rechts: Es gibt meist nur gegrillten oder getrockneten (in Salz gelegten) Fisch, hier Trockenfisch genannt.
Die Jungs beim (frischen) Hühnchen braten - getötet, gerupft und über den Feuertopf gehalten
Die Jungs beim (frischen) Hühnchen braten – getötet, gerupft und über den Feuertopf gehalten
Hühnchen über dem Feuertopf
Hühnchen über dem Feuertopf
Es gibt auf den Philippinen so viele, unglaubliche Torten
Es gibt auf den Philippinen so viele, unglaubliche Torten
Das ist "Halo Halo" - eine berühmte, philippinische Eissorte. Sie besteht zum größten Teil aus Gelee-Früchten
Das ist „Halo Halo“ – eine berühmte, philippinische Eissorte. Sie besteht zum größten Teil aus Gelee-Früchten

Essen der Filipinos:

Der grundlegende Unterschied zwischen den Filipinos und den Deutschen: Sie essen mit Löffel und Gabel, nicht Messer und Gabel. Manchmal konnte ich noch nicht mal ein normales Buttermesser in einem Haushalt finden – jetzt fragt ihr euch, wie die dann ihr Brot geschmiert haben. Haben sie ja nicht.

Denn Brot als Mahlzeit zu essen ist relativ unüblich, eher als Snack. Deswegen galt ich als „unnormal“ wenn ich als Mahlzeit Brot gegessen habe, haben mich sofort gefragt, ob ich auch davon satt wäre. Ich meinte, ich könne gar nicht wie sie so viel Reis am Tag essen, manchmal esse ich auch lieber gar keinen Reis am Tag. Meistens sind sie dann sofort davon ausgegangen, dass ich eine ‚Diät‘ mache. Denn Filipinos fühlen sich nicht gesättigt, wenn sie keinen Reis bekommen. Damit wachsen sie auf. Es ist ihr Grundnahrungsbaustein. Deshalb denken sie, wenn ich abnehmen will, muss ich nur den Reis weglassen. Sie haben sowieso eine komische Denkweise, was das angeht. Eine Freundin von mir versuchte mal, auf Diät zu sein, indem sie zum Mittagessen statt des üblichen Tellers Reis einen Schoko-Siopao (ein Reiskloß mit Schokoladenpudding gefüllt) gegessen hat. Aber da verstand ich nun auch wieder nicht die Logik, denn das ist ja nur Reis in einer anderen Form. Vielleicht fühlt sie sich dann ja so als ob sie weniger gegessen hätte, aber der Kalorien-Anteil ist der Gleiche. Außerdem habe ich mich gewundert, dass viele mir weiß machen wollten, man müsse nicht mal Sport machen, um abzunehmen, einfach nur den Reis reduzieren.

Fleisch oder halt die Beilage zum Reis ist dagegen aber überraschend wenig. Die Menge an Reis, die sie essen, ist etwa dreimal so groß wie die Beilage. Ich habe darin so interpretiert, dass sie vermutlich daran gewöhnt sind an Nahrungs-zusatz zu sparen seit sie klein waren, da Reis im Gegensatz zu anderem als Beilage natürlich günstiger war und die Kinder dann daran gewöhnt waren, das, was sie hatten, mit ihren Geschwistern zu teilen. Was ich beobachtet habe, war – je ärmer die Person aufgewachsen war, desto weniger benötigte sie an Beilagen zu essen.

Was jedoch voll ironisch ist – Filipinos sind so welche typischen „Essen-auf-dem-Teller-liegen-lasser“! Wenn sie ‚voll‘ sind, dann sind sie wirklich voll. Dann können die wirklich nicht mehr weiter essen und lassen den Rest einfach liegen (obwohl das eigentlich Verschwendung wäre). Denn die Filipino-Art ist mehr nach dem Motto „Ich brauche nur, was ich jetzt gerade brauche“. Allerdings bekommen Filipinos dann aber auch wieder relativ schnell Hunger und essen nach 1 Stunde wieder (irgendwelche Snacks, meistens amerikanische Kekse oder Chips) – oder jedenfalls zu einem Zeitraum, wo Deutsche nicht unbedingt wieder essen würden. Filipinos sind leidenschaftliche Esser. Alles dreht sich dort um Essen. Das Stadtbild ist von sehr viel mehr Esslokalen als Modegeschäften oder sonstiges dieser Art gesäumt.

Vor allem aber haben Filipinos ehrlich gesagt kaum eine Ahnung von gesunder Ernährung und ernähren sich relativ ungesund: Wenn sie Durst haben, trinken sie meistens nur Softdrinks, Snacks müssen immer dabei sein zwischen den Mahlzeiten, Gemüse zum Essen ist außerdem wirklich eher nicht angesagt. Außerdem gab es da so viele abgefahrene Kuchen- und Torten-Geschäfte, also Cafés – glaubt mir, das war mehr als nur ein Traum für mich. Diese Gründe (vor allem aber das mit den Softdrinks) sind vermutlich der Auslöser der hohen Diabetes- und Hoher Blutdruck-Rate in diesem Land. Eine Menge Leute haben diese Probleme. Auch wenn im Vergleich zu früher viel mehr Übergewichtige Menschen herumlaufen (vor allem Kinder ab und zu!), sind Filipinos alles in Allem sehr schmächtig (sehr dünn, fast schon knochig manchmal, klein) gebaut.

In TV-Essenswerbungen ist es anscheinend sogar viel mehr angesagt pummlige/dicke Kinder zu zeigen. Die gibt es eigentlich fast nur zusehen. Das ist anscheinend ansprechend für die Filipinos, weil es als süß und zum Knuddeln gilt. Allerdings gibt es dort genauso auch wie hier Mobbing wegen so was. Außerdem verteilen sie ihre Mahlzeiten theoretisch genau andersrum als es am Besten sein sollte: Die üppigste Mahlzeit des Tages ist das Abendessen, das auch noch gegen 22 Uhr gegessen werden kann. Dadurch, dass es für so etwas kein ‚zu spät‘ gibt, lassen Filipinos meistens ihr Frühstück weg, essen nur eine Kleinigkeit oder trinken nur einen (Instant-)Kaffee oder Kakao (sie sind totale Fans davon die Kakao-Marke „Milo“ zu trinken) stattdessen. Relativ ungesund, aber das sehen die nicht wirklich so- manchmal sind meine Freunde sogar ziemlich stolz darauf gewesen, erzählen zu können, sie hätten heute ihr Frühstück weggelassen.
Es gibt auch viele kleine Straßenverkaufsstände, die „Street Food“, eine Art sehr billiges Fast Food verkaufen. Alles Mögliche wird dort in Öl frittiert und dann verkauft (z. B. Fischbällchen, Pommes Frittes, Hot Dog). Allerdings ist das nicht das Gesündeste. Also Deutsche mit empfindlichen Magen sollten das lieber nicht ausprobieren, da (es ist wahr) das Öl dort so gut wie gar nicht gewechselt wird und ziemlich dreckig ist. Der absolute National-Street-Food-Renner ist „Balut“. „Balut“ ist eine Art geräuchertes Ei, in dem ein totes Küken dann drinnen steckt. Man kann auch die Variante ohne Vogel drinnen kaufen, aber traditionell essen die Filipinos dieses eher salzig-saftige Ei mit Hühnerbaby zusammen. Aber was mein absoluter Straßen-Essen-Favorit ist, ist „Banana-Q“! „Banana-Q“ ist gemacht aus einer bestimmten Bananen-Art, die relativ gummig, zäh wird, wenn man sie kocht, sie tun sie auf einen kleinen Stab und karamellisieren sie mithilfe von Braunem Zucker und einer gut einfachen und altmodischen Philippinischen Straßen-Fritteuse, gemacht aus Bambus, glaube ich.

Außerdem gibt es Straßenverkäufer, die z.B. mit einem Eimer voll Fischkräcker, gebrannten Erdnüssen oder Eiscreme-Wägen rumgehen und ihr Glück mobil versuchen.

Die Filipinos haben natürlich ihre eigenen besonderen Essensprodukte und –Sorten. Es gibt ganz hauseigene „Native products“, also „Des eigenen Landes Produkte“, die größtenteils aus verschiedenen Reis-, Bananen-, Zucker- oder Kokosnuss-Sorten gemacht werden. Zum Beispiel „Suman“, eine der vielen Arten von „Zuckriger Klebreis“, der speziell am „Allerheiligen“-Feiertag seine Verwendung findet. Es ist gemacht aus einer bestimmten Art von Reis und Braunem Zucker und wird in Bananenstaudenblätter eingewickelt. Viele der philippinischen Hausprodukte haben eine klebrige oder „Wackelpudding“-artige Konsistenz. Vor allem aber eins der berühmten philippinischen Süßigkeiten ist „Polveron“. Es wird aus Mehl und Milchpulver gemacht und ist immer an Souvenirshops als „Pasalubong“ (das philippinische Wort für „Mitbringsel“ zu finden).

Sie sind große Fans von ihrem landeigenen Essen und ‚süßen‘ Sachen. Wenn man dort etwas isst, kann man manchmal diese süßliche Note rausschmecken, während deutsches Essen immer nur nach Salz und Pfeffer schmeckt. Andere bekannte Gerichte auf den Philippinen: ‚Chicken Adobo‘ oder ‚Pork Adobo‘, des Landes Lieblings-Hauptgericht, Bangus (der für die Philippinen bekannteste Fisch und super leckerer (mein Lieblings-) Fisch!) Die Filipinos ernähren sich hauptsächlich mehr von Meeresfrüchten als von anderem, heißt sie können grundsätzlich mehrmals am Tag Fisch essen, in Form von Suppe, Eintopf, mit Nudeln (Pancit Canton mit Shrimps?), gebraten, gegrillt, frittiert, getrocknet (Trockenfisch; vorher in langer Zeit in Salz eingelegter Fisch).

Außerdem lieben Filipinos Spaghetti: Aber nur eine ganz besondere Art von Spaghetti – die besonders bei philippinischen Kinder beliebte Hotdog-Sweetsauce Spaghetti. Diese ist vor allem an Familienfeiern immer ein Muss zum Servieren. Dann gibt es da noch das berühmteste Eis, welches berühmt für die Philippinen ist: „Halo Halo“ („Halo halo“(tagalog): Gemixt) Es ist ein Eisbecher, in dem gelbe, süße Maisstückchen, braune Bohnen, Ube-Eiscreme (Ube ist ein lila-farbende Geschmackssorte, von der ich nur auf den Philippinen gehört habe), grüner Wackelpudding und Kokosnussmilch auf gewöhnlichem „crushed ice“.

Diese Sorten: Ube, Yema, Pandan, Keso (Käse) sind besonders beliebte, typisch philippinische Geschmackssorten für allerlei süße Sachen dort.

Bacolod City und Umgebung

Philippinischer Imbiss
Philippinischer Imbiss

Es gibt überall Kiosks. Nicht die Art von Kiosk, die wir kennen. Das ist die Art von Stand/Geschäft, die fast jeder Filipino betreiben kann, um sich Geld zu verdienen. Es wird Einzelware verkauft, kleinere Portionen als im Großhandel im Supermarkt.

Die Portionen - der Warenverkauf in den Kiosks
Die Portionen – der Warenverkauf in den Kiosks

Die meisten „Changis“ (mini-Geschäfte, simple Kioske), wie sie sie nennen, benutzen ein Werbeschild von irgendeinem großen Konzern, auf den sie offensichtlich dann umsonst ihren Geschäftsnamen aufschreiben konnten und/oder von dem sie unterstützt wurden im Ausgleich für die Werbung. Zum Beispiel „Anabel Store“ steht unten auf dem Schild geschrieben, die große obere Hälfte ist allerdings voll bedruckt mit dem Namen „Globe“, ein Handyanbieter hier.

Blick vom Hauptplatz in der Robinson-Mall (Einkaufzentrum)
Blick vom Hauptplatz in der Robinson-Mall (Einkaufzentrum)
Blick vom selben Platz - nur ein bisschen später
Blick vom selben Platz – nur ein bisschen später

Es gibt überall auf den Philippinen die gleichen großen Einkaufzentren-Ketten, die vertreten sind: „SM”, „Robinson’s“ und „Gaisano“. Im Gegensatz zu Deutschland sind hier die Geschäfte noch bis 21 Uhr geöffnet und sogar am Sonntag nicht geschlossen. Ein großer Unterschied ist auch, dass die Straßen dort viel mehr von Essens-Geschäften gesäumt sind als Kleider- und Juweliergeschäften -so wie es in Deutschland mehr der Fall ist. Und viele Geschäfte sind von der gleichen Linie — es gibt viele „Dunkin Donuts“, „Petron” Tankstellen usw. Die Philippinen sind in diesem Bereich von einem Oligopolen Wirtschaftssystem beherrscht.

Straße n der Umgebung von Bacolod CIty
Straße in der Umgebung von Bacolod CIty
Noch eine Straße in der Umgebung
Noch eine Straße in der Umgebung

Es ist öfters viel Müll auf den Straßen – ich wundere mich, ob es eine richtige Müllabfuhr gibt.
Es ist normal manchmal auf den Straßen kleine Müllhaufen verbrennen lassen zu sehen.
Es ist erkennbar an den Behausungen und generell, dass die Verhältnisse Armut sind.

Öfters sind auch Glassplitter auf den Häusermauern zu sehen, die extra mühevoll aus zerbrochenen Glasflaschen entnommen und aufgeklebt/aufgereiht wurden, um sich vor Einbrechern zu schützen, die eventuell über ihre Hausmauer steigen wollen.
Hausnummern existieren übrigens nicht. Was echt nervig und unübersichtlich sein kann, wenn man das Haus eines jemanden sucht und da natürlich mehrere in derselben Straße sind. Da muss man sich wohl ausprobieren.
Die haben auch Straßenkunst (Malerei an den Schulen aber nur meistens (hier in Bacolod)), ansonsten nicht wirklich.

Eine weitere Straße in der Umgebung
Eine weitere Straße in der Umgebung
In der Umgebung von Bacolod City
In der Umgebung von Bacolod City

Alltäglich ist es Straßenkinder umherlaufen zu sehen und Menschen hinterherzugehen und sie um Geld anzubetteln. Ich habe jedoch von Freunden gehört, dass es gar nicht so gut sein soll, den Kindern Geld zu geben, da sie entweder von Drogenbanden beherrscht sein könnten oder das Geld für Klebstoff (als die billigste Art von Droge) zum schnüffeln rausschmeißen. Deswegen sollte man ihnen direkt lieber Essen geben…

In der Umgebung; Marktstand mit Singkamas - diese Früchte wachsen unter der Erde.
In der Umgebung; Marktstand mit Singkamas. – diese Früchte wachsen unter der Erde.

Manchmal sind da diese Ein-Mann-Straßen-Verkäufer, die einen Eimer voll gebrannter Erdnüsse, oder Dutzende Schweineohren-Cracker-Packungen oder einen Kasten mit Zigarettenpackungen drinnen oder sonst was mit sich rumtragen.

Meine High School

Der Eingang meiner High School (Katholische Privatschule)
Der Eingang meiner High School (Katholische Privatschule)

Meine High School ist eine katholische Privatschule.  Ihr Name ist: „La Consolacion College Bacolod – Integrated School„.

Sie ist deshalb eine „integrierte“ Schule, weil sie zum College               „La Consolacion College Bacolod“ gehört.  „La Consolacion“                 ist Spanisch und bedeutet: „der Trost“ oder „die  Tröstung“.

Der Schulhof meiner High School
Der Schulhof meiner High School
In der Kathedrale neben unserer Schule während einer (Pflicht-)Messe
In der Kathedrale neben unserer Schule während einer (Pflicht-)Messe
Zwei meiner Klassenkameradinnen posieren auf den Balkon vor unserem Klassenzimmer. Im Hintergrund sieht man einen Teil der Schulgebäude, den Schulhof und die Kathedrale (rechts).
Zwei meiner Klassenkameradinnen posieren auf den Balkon vor unserem Klassenzimmer.
Im Hintergrund sieht man einen Teil der Schulgebäude, den Schulhof und die Kathedrale (rechts).
Mein Schülerausweis - die sogenannte "School-ID". Den müssen wir immer bei uns tragen, während wir in der Schule sind. Da stehen alle wichtigen Informationen über uns drauf.
Mein Schülerausweis – die sogenannte „School-ID“. Den müssen wir immer bei uns tragen, während wir in der Schule sind. Da stehen alle wichtigen Informationen über uns drauf.
Mein Stundenplan
Mein Stundenplan

Der Science Month in meiner High School

Während des ersten Tages des „Science Month“ (Monat der Naturwissenschaften) in meiner High School gab es mehrere Spiele, bei denen man teilnehmen sollte. Diese Spiele beinhalteten physikalische Kräfte und Knobeleien.

 

Aufgabe: Bastele einen Fallschirm, in den man ein ungekochtes Ei reinlegen konnte - das Ei der Gruppe, das am Ende unbeschadet und am dichtesten an der mit einem Kreis markierten Stelle ankommt, hat gewonnen
Aufgabe: Bastele einen Fallschirm, in den man ein ungekochtes Ei reinlegen konnte – das Ei der Gruppe, das am Ende unbeschadet und am dichtesten an der mit einem Kreis markierten Stelle ankommt, hat gewonnen

Der Science-Month - k-Foto 2

Der Science-Month - k-Foto 3

  Science-Month - k-Foto 4

Aufgabe: Baue aus dem wenigen, gegebenen Zeitungspapier ein möglichst langes Gebäude; die meisten bauten den Eiffelturm
Aufgabe: Baue aus dem wenigen, gegebenen Zeitungspapier ein möglichst langes Gebäude; die meisten bauten den Eiffelturm