Die Intramurals

Während der Parade, bei der jede Jahrgangsstufe (jedes Team) durch die Straßen um die Schule laufen sollte
Während der Parade, bei der jede Jahrgangsstufe (jedes Team) durch die Straßen um die Schule laufen sollte

Jedes Jahr (im Falle von LCC in der ersten Woche des Septembers) veranstaltet jede Schule hier die Intramurals – das ist eine Sport-Woche, bei der jeder Jahrgang gegeneinander antritt.

LCC ist eine Abkürzung für La Consolacion College in Bacolod City. Meine High School gehört zu diesem College dazu. Ihr offizieller Name lautet:  „La Consolacion College Bacolod – Integrated School“.

Mit Freunden während des Paradelaufes; währenddessen wird von einem Auto aus (jeder Jahrgang hat sein eigenes Musik-Auto bekommen) laut Musik gespielt
Mit Freunden während des Paradelaufes; währenddessen wird von einem Auto aus (jeder Jahrgang hat sein eigenes Musik-Auto bekommen) laut Musik gespielt

Kurzes Video von der Intramurals-Parade

Sowohl der Cheering Dance, den jeder Jahrgang vorbereitet bis zum ersten Intramurals Tag, sowie auch alle Sportspiele (Volleyball, Basketball, etc.) sind Wettbewerbe. Es steht dir frei, ob du bei einem Spiel mitmachen willst. Ich habe bei keinem Spiel teilgenommen, weil ich echt in keinem Sport gut bin und mich nicht blamieren wollte. Außerdem hat mich das auch nicht so gereizt…

Jedenfalls der Cheering Dance ist schon fast das Wichtigste an den ganzen Intramurals. Wir haben mehr als eine ganze Woche lang jeden Tag in einer Sporthalle, an einem anderen Ort als unsere Schule, für unsere Performance geübt.

Mit meinen Freunden während der Intramurals-Proben im Mansilinyan-Gym (Sporthalle)
Mit meinen Freunden während der Intramurals-Proben im Mansilinyan-Gym (Sporthalle)

 

Wir, die "Seniors", bei unserem Cheering Dance
Wir, die „Seniors“, bei unserem Cheering Dance

Die Cheering-Performance wurde auf mehrere Gruppen aufgeteilt:

  • Die Cheerleader/Anfeuerer: Das sind die, die die Cheer-Rufe schreien und dabei tanzen, und deren Performance am Rand des Sportfeldes stattfindet. Ich gehörte zu den Cheerleadern.
  • Die Tänzer:  Das sind die, die am meisten tun und deren Performance immer in der Mitte des Sportfeldes ausgeführt wird,
  • Die „Flyer“ (Flieger): Das sind schmale Mädchen, die in die Luft geworfen werden.
  • Die „Lifter“ (Hochstemmer): Das sind Jungens, die die Mädchen in die Luft heben.
  • Die „Drummer“ (Trommler): Das sind die, die die ganze Zeit über auf Trommeln und Bongos den Beat angeben.
Die "Suffermores" (oder wie auch immer das geschrieben wird); Jahrgang 8 (2. Highschool-Jahr) bei ihrer Cheering Dance - Aufführung (Blick von oben auf unseren Schul)
Die „Suffermores“ (oder wie auch immer das geschrieben wird); Jahrgang 8 (2. Highschool-Jahr) bei ihrer Cheering Dance – Aufführung (Blick von oben auf unseren Schulhof)

 

Für jeden Jahrgang eine Flagge - wie bei den Olympischen Spielen
Für jeden Jahrgang eine Flagge – wie bei den Olympischen Spielen

Zuerst war ich ziemlich genervt von diesen Proben und wollte eigentlich nur nach Hause, aber nach und nach, je weiter wir mit der Cheering-Performance kamen, desto enthusiastischer wurde ich und desto ernster nahm ich es.

Ich war so stolz, als wir unsere Performance dargestellt haben… Und natürlicher noch stolzer, als es am Ende bei der Entscheidung zwischen Jahrgang 9 und 10 hieß, dass WIR (Jahrgang 10 – die „Seniors“)  gewinnen! Da sind alle völlig abgegangen, haben gekreischt, haben Leute angesprungen. Ja, das hat schon ziemlich Spaß gemacht, eigentlich. :)

Nach unserem Cheering Dance. Ich halte eine Requisite, die wir am Ende unseres Cheering-Auftritts gebraucht haben, in den Händen. Bei der Requisite handelt es sich um die philippinische Flagge.
Nach unserem Cheering Dance. Ich halte eine Requisite, die wir am Ende unseres Cheering-Auftritts gebraucht haben, in den Händen. Bei der Requisite handelt es sich um die philippinische Flagge.

 

Meine Mitmenschen auf den Philippinen (Verhalten)

Meine Mitmenschen auf den Philippinen – Video aus dem Auto

Singende Schüler bei einem Schulgespräch über Liebe – Video

Das Leben hier ist ziemlich einfach und religiös gestrickt. Die Kinder sind zum Großteil nicht wohlhabend, viele spielen einfach auf der Straße mit Münzen oder Flip Flops. Für mich ist es schön zu sehen, dass sich Kinder noch so amüsieren können. Da in Deutschland so was gar nicht mehr zu sehen ist (Ich sag nur mit iPods rumspielen).

Hier auf den Philippinen ist alles so simpel und das Leben wird entspannt angegangen. Das Denken der Filipinos ist unbeschwert, relaxed, nicht zu vorausplanend und spontan. Kein besonderer Stress beim Pünktlichsein bei Verabredungen und generell braucht hier alles seine Zeit. Meistens wird hier nichts richtig „geplant/vorgeplant“, sondern spontan angegangen oder „by and by…“ – wie meine Tante Mildred immer sagt. Was so viel heißt wie: „nebenbei / wenn’s sich einfindet“.

Die Menschen hier sind größtenteils sehr religiös und beten alle jeden Tag, gehen jede Woche am Sonntag zur Kirche (jedenfalls die meisten, wir nicht). Insbesondere in meiner katholischen Schule – wir beten jeden Tag mehrmals (am Anfang des Tages, am Anfang und Ende jeder Stunde, außerdem um 12 Uhr Mittags und 3 Uhr am Nachmittag). Am Mittwoch ist sogar ein Rosenkranz-Gebet, das per Lautsprecher in jedem Klassenzimmer gehört werden kann. Das dauert 30 min.

Aber nicht alle Kinder sind religiös oder stark religiös. Insbesondere die Jugendlichen nehmen es nicht so ernst meistens mit dem Beten – sie kichern, zappeln herum oder sprechen zu schnell und leise, wenn sie „Prayer-Leader“ (Gebetsanführer) vor der Klasse sein müssen. Die Jugendlichen hier sind eigentlich genauso wie in Deutschland gehen gerne auf Partys, trinken, rauchen und nehmen sogar manchmal Drogen!! (Jedenfalls manche; dieses „unartige“ Verhalten gibt’s hier aber nicht so oft wie bei uns.)

Meine Familie auf den Philippinen

An meinem ersten Abend in Bacolod City, im Restaurant
An meinem ersten Abend in Bacolod City, im Restaurant

Meine Familie hier auf den Philippinen hat mich lieb empfangen und auch sonst immer gut um mich gekümmert. Anfangs war das ein bisschen komisch für mich, weil ich die ja gar nicht kannte, aber alle natürlich von mir Vertrautheit erwartet haben.

Ich wohne hier bei meiner Tante Mildred in Bacolod City. Sie ist eine Schwester meiner Mutter.

Die einzige Person, der ich mich wirklich am Anfang anvertrauen konnte, war meine andere philippinische Tante Lucia, die aber seit über 25 Jahren in Deutschland – in Hamburg  (so wie ich) – wohnt, und mit mir für 3 Wochen auf die Philippinen gekommen ist. Sie hat mir sehr geholfen, denn ohne sie hätte ich mich sehr beklemmt und einsam gefühlt.

Familientreffen im Zahntechnik-Labor meiner Tante
Familientreffen im Zahntechnik-Labor meiner Tante

Nach und nach mit der Zeit konnte ich mich meiner Familie dort immer mehr öffnen und gut mit ihnen verstehen. Jeder von ihnen hat sich in meinen ersten Wochen viel Zeit genommen um mir beistehen und Zeit mit mir verbringen zu können. Heute sind sie nach wie vor sehr gute Menschen, die alles tun, damit es mir hier gut geht und ich glücklich bin; aber sie sind relativ viel beschäftigt.

Mir fehlen sie gerade sehr, weil wirklich nur noch wenig Familienmitglieder im Moment um mich herum sind. Aber jeder tut sein bestes, um mich dennoch glücklich zu machen, mich manchmal zu sehen und mit mir was zu unternehmen.

Außerdem habe ich ja meine Freunde aus der Schule – und sogar jetzt Freunde in meinem Fitnessstudio. Ich sehe sowieso jeden Tag eine Menge Menschen, die mich alle mögen und nett behandeln, und die ich echt lieb gewonnen hab. Also ist es ok :)

Familientreffen im Bistro meiner Tante
Familientreffen im Bistro meiner Tante

 

Meine Familie mit dem neuesten Familienmitglied, Baby Hailey, in den Händen
Meine Familie mit dem neuesten Familienmitglied, Baby Hailey, in den Händen

 

Ich, meine in Deutschland lebende Tante (die mit mir zusammen auf die Philippinen gekommen ist und dort für 3 Wochen blieb), mein ältester Onkel und mein ältester Cousin
Ich, meine in Deutschland lebende Tante (die mit mir zusammen auf die Philippinen gekommen ist und dort für 3 Wochen blieb), mein ältester Onkel und mein ältester Cousin

 

Mit meiner philippinischen Familie beim Abendessen in einem Restaurant
Mit meiner philippinischen Familie beim Abendessen in einem Restaurant