Vorlieben der Filipinos

Kurzes Video meiner Cousins beim Karaoke singen

Zuerst hatte ich gedacht, dass die Filipinos total verrückt wären, was Accessoires angehen, da sie anscheinend sehr auf Kontaktlinsen (da sie ja alle meistens schwarze Augen haben) und Zahnspangen stehen. Zahnspangen als Accessoire? Dazu muss man aber auch sagen, dass Zahnspangen auch als eine Art „Klassen-Symbol“ gelten. Es können sich nämlich nur Kinder aus gutverdienendem Familienhaus leisten, eine Zahnspange zu finanzieren.
Der „Natürlich ist schön“ Look ist überaus verbreitet. Mädchen bleiben oft so simpel wie möglich – schminken sich nicht und tragen nur ’n T-Shirt und Shorts. Außerdem finden sie kleinere, nicht zu große Busen anscheinend attraktiver an Mädchen.
„Korean Pop“ („KPOP“) ist sehr beliebt. Als ich dort auf den Philippinen war, bin ich eigentlich erst zum ersten Mal in Verbindung mit der koreanischen (Musik-)Welt gekommen in meinem Leben. Auch koreanische Sendungen sind viele mit im Fernsehen. Sie stehen total auf den koreanischen Look – sei es der „schmal-äugige“ („Chinito-eyes), sexy Koreaner oder die blasshäutige, lieblich wie eine Puppe aussehende Koreanerin, sie lieben es. Außer Koreaner im echten Leben, die finden Sie anstrengend. Denn Koreaner sind häufig vom Verhalten ganz anders als Filipinos und sind alles andere als offen und super auffällig… sie sind die zurückhaltenden an der Schule.
Filipinos sind aber generell total verrückt nach ihren einheimischen philippinischen Schauspieler (die meistens halb-amerikanisch oder halb-ausländisch sind) und deren Serien. Alle TV-Shows und Radio beinhalten ganz viel Romantik – denn das lieben die Filipinos – und sind total lustig und verrückt lächerlich aufgebaut!
Das, was wirklich in den Herzen der Filipinos schlägt, ist Musik. Filipinos LIEBEN es zu singen. Karaoke gehört zu jeder Feier und jeden Haushalt dazu und man hört öfters eher die älteren englischen Songs aus den 90ern oder sogar früher beim Karaoke singen und im Radio… vorzugsweise aber philippinische Lieder in Tagalog.
Was ich auch nicht kannte vorher und es vielleicht nur auf den Philippinen gibt, sind die monatlichen Geburtstage, die Mütter für ihre Babies veranstalten. Wir kennen das ja nur so, dass man des Babys 1. Geburtstag an seinem 1. Lebensjahr feiert – aber hier ist es anscheinend schon ein Grund nach dem ersten Monat des Babys Geburt zu feiern! Und die Monate darauf – das sieht dann z.B. so aus: „Happy 4th Month Birthday, Baby!“
Außerdem, was für uns Deutsche Fußball bedeutet, ist hierzulande Basketball. Basketball kannst du die Männer eigentlich immer abends im Fernsehen gucken sehen. Und Boxen steht für Filipinos auch ganz groß – besonders stolz sind sie auf ihren Boxer Manny Pacquiao, der international auf den besten Plätzen seiner Gewichtsklasse gilt. Ein skurriler Trend für mich war deren Vorliebe für den Wettsport des „Cockfighting“. Das ist ein Kampf, den sich zwei „Fighting Cocks“ = Kampfhähne unter Geldwetten der Besitzer und Zuschauer liefern. Mein Onkel, bei dem ich gelebt habe, verdient nebenbei sein Geld mit diesen Kämpfen. Die Kampfhennen sind seine größte Vorliebe. Er besitzt eine Farm, auf der seine Hennen, die er kauft und verkauft, zum Kampf großzieht. Jedenfalls war ich nie live bei so einem Kampf dabei (das wollte ich auch gar nicht), aber ich habe gehört, dass die zwei Hennen im Ring jeweils ein Messer an ihre Brust gebunden bekommen, deren Spitzen so nach außen zeigen, dass sie ihren Gegner erstechen können. Die Henne, die überlebt, gewinnt.

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